SCO entlässt Mitarbeiter

Management

Knapp zehn Prozent der 275 Mitarbeiter will das durch Klagen berühmte Softwareunternehmen SCO nun entlassen.

Knapp zehn Prozent der 275 Mitarbeiter will das durch Klagen berühmte Softwareunternehmen SCO nun entlassen. Damit, so der Unternehmenssprecher Blake Stowell, solle die Unix-Produktgruppe wieder profitabel werden. Doch würden in allen Bereichen des Unternehmens Arbeitsplätze gestrichen, auch beim Verkauf, im Marketing und in der Entwicklung.
“Wir versuchen in unserem Kerngeschäft Profite zu erwirtschaften”, erklärte Stowell, und meint damit UnixWare und OpenServer Unix-Produkte. Vor einigen Wochen hatte die Investmentfirma Baystar eine zweistellige Millionen-Investion zurückgefordert, mit dem Argument, SCO solle sich auf die Aufgaben konzentrieren, die am meisten Profit versprechen, und das sei nun einmal der Rechtsstreit mit IBM und anderen Unternehmen wegen angeblicher Verletzungen von geistigem Eigentum.

Baystar hatte auch ein neues Management bei SCO gefordert. Der Sprecher erklärte, dass die Entlassungen nicht im Zusammenhang mit der Forderung von Baystar stünden. Daneben hatte SCO mit Bert Young im April auch einen neuen Chief Financial Officer benannt. Auch das stünde nicht im Zusammenhang mit dem Investor.

Für das letzte Quartal musste SCO bei rund 11 Millionen Dollar Umsatz einen Verlust von 2,25 Millionen Dollar ausweisen. Doch jetzt soll die Unix-Produkt-Gruppe bis zum Ende des dritten Quartals, das im Juli endet, wieder Gewinne abwerfen. Die Einnahmen aus dem ‘Intelectual Property Program’ von Linux-Usern betrugen 20.000 Dollar, doch solle diese Quelle in Zukunft mehr abwerfen.

Daneben hat SCO die Taktik im Prozess mit IBM geändert und den Passus, dass die “GPL gegen die amerikanische Verfassung verstößt”, aus der Klage zurückgezogen. Damit, so Prozessbeobachter, will SCO verhindern, dass es IBM gelingt, dass das Gericht den Fall niederlegt. Gegen den Vorwurf der Verfassungswidrigkeit hätte IBM vor Gericht gute Chancen gehabt, dass es erst gar nicht zur Verhandlung gekommen wäre, wie Experten vermuten, weil diese Anschuldigung ‘zu lächerlich’ sei.