.eu-Domänen werden ‘strictly to Europeans’ vergeben

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Die EU-Kommission hat nun nach langer Wartezeit die Richtlinien veröffentlicht, nach denen die Domains mit der Endung .eu vergeben werden dürfen.

Die EU-Kommission hat nun nach langer Wartezeit die Richtlinien veröffentlicht, nach denen die Domains mit der Endung .eu vergeben werden dürfen. Der genaue Termin für die Sunrise Period steht zwar noch nicht fest, beginnt aber wohl im Dezember 2004. Ab April 2005 soll dann mit Beginn der Phase der Live-Registrierung grundsätzlich jeder EU-Bürger unter Einhaltung der Vergabebedingungen .eu-Domains registrieren können. .eu stärkt die Position der europäischen Unternehmen gegenüber den US-Unternehmen, so die Hoffnung.
Die als Public Policy Rules (PPR) bezeichneten Regeln besagen, dass die Antragsberechtigten neben Personen mit Wohnsitz innerhalb der Gemeinschaft auch Unternehmen mit Sitz, Hauptverwaltung oder Hauptniederlassung innerhalb der EU, sowie Organisationen mit Niederlassung innerhalb der EU sein müssen. Die Registrierung erfolge streng nach dem Prioritätsprinzip (“Wer zuerst kommt, mahlt zuerst”). Für geographische und geopolitische Begriffe können die Mitgliedsstaaten zusätzlich eigene Third Level Domains einrichten.

Es gibt einer Mitteilung zufolge keinerlei zahlenmäßige Beschränkungen, so dass jeder Antragsberechtigte so viele Domains anmelden kann, wie er möchte. Um jedoch spekulative und missbräuchliche Registrierungen zu vermeiden, gibt es ein außergerichtliches Schlichtungsverfahren, das im Streitfall angerufen werden kann. Stellt ein Gericht außerdem fest, dass eine Domain verleumderisch oder rassistisch ist oder gegen die öffentliche Ordnung verstößt, kann es die Domain sperren.

Mit einer eigenen europäischen Top Level Domain wollen die Europäer den Einfluss der USA zurückdrängen. Gerade im internationalen Bereich herrsche ein starkes  Übergewicht der .com-Domains, wodurch sich die europäische Industrie benachteiligt fühlt und sogar von einem Wettbewerbsnachteil für die europäischen Konzerne spricht. EU-Unternehmen, so führen die .eu-Befürworter an, traten bislang in jedem europäischen Land unter einer anderen Top Level Domain auf (also .de für Deutschland, .fr für Frankreich). Dies soll nun durch .eu ersetzt werden.