Sasser spukt weiter: Sasser.E rasselt heran

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Obwohl der Autor der Sasser-Virus geschnappt wurde, kursiert mit Sasser.E eine neue Variante der Malware, warnen Sicherheitsexperten.

Obwohl der Autor der Sasser-Virus geschnappt wurde, kursiert mit Sasser.E eine neue Variante der Malware, warnen Sicherheitsexperten. Sasser.E nutzt die gleiche Schwachstelle in Windows wie seine Vorgänger, teilte Panda Software mit. Das Auftauchen einer neuen Sasser-Variante lasse auf “eine organisierte Gruppe von Kriminellen” schließen. Sasser.E kann mit den Tools, die bisher von Sicherheitsspezialisten veröffentlicht wurden, entfernt werden.
Derweil wird über die Motive des 18-jährigen Virusschreibers aus dem 920-Seelen-Dorf Waffensen in Niedersachsen spekuliert. “Vielleicht wollte der Teenager das Geschäft seiner Mutter ankurbeln”, sagte Detlev Dyballa, Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden, der Nachrichtenagentur Reuters. Die Mutter und der Stiefvater des Schülers betreiben ein PC-Geschäft mit dem Namen “PC Help”.

Der 18-Jährige wird auch verdächtigt, etliche oder alle Varianten des Netsky-Virus geschrieben zu haben. Der Teenager wurde am Freitag verhaftet, einen Tag nach seinem 18. Geburtstag. Damit hat er den Straftatbestand ‘Computersabotage’ noch als Jugendlicher verübt. Computersabotage kann mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden.

Ob der Schüler mit Schadenersatzforderungen zu rechnen hat, ist noch unklar. In manchen Berichten ist von entsprechenden Anfragen kleinerer Unternehmen und von Privatleuten an die Staatsanwaltschaft Verden die Rede. Branchenkenner halten es aber für unwahrscheinlich, dass von Sasser geschädigte Großunternehmen den 18-Jährigen verklagen werden. Der Grund dafür sei, dass die Unternehmen es vermeiden wollten, die Inkompetenz ihrer IT-Abteilungen zum öffentlichen Thema zu machen, hieß es.

Manche Medien kommentieren derweil die Verhaftung des 18-jährigen Sasser-Schreibers in Waffensen und des 21-jährigen mutmaßlichen Phatbot-Programmierers in Lörrach mit Ironie.  “Deutsche programmieren auf Weltniveau”, schrieb der Spiegel und die taz befand, “dass deutsche Schüler doch nicht so schlecht sind, wie ihr Pisa-geschädigter Ruf.”