Vaterschaftstest: Torvalds doch nicht Linux-Papi

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Linus Torvalds soll nicht der Schöpfer des freien Betriebssystems Linux sein.

Linus Torvalds soll nicht der Schöpfer des freien Betriebssystems Linux sein. Das zumindest soll durch eine Studie bewiesen werden, die von der Alexis de Tocqueville Institution (ADTI) in den nächsten Tagen veröffentlicht werden soll. Anhand verschiedener Interviews mit Größen der Computergeschichte wie Andrew Tanenbaum, Dennis Ritchie und Richard Stallman will der Autor Kenneth Brown, President der ADTI, zeigen, dass nicht wie landläufig behauptet Torvalds der Erfinder von Linux sei, sondern den oben genannten Vätern von Unix dieses Prädikat zu stehe.
Das ADTI zählt Donald Rumsfeld zu seinen Sicherheitsberatern und wird unter anderem von Microsoft finanziert. Kenneth Brown selbst ist Politologe und hat bereits in anderen Studien vor dem Einsatz von Open-Source-Software gewarnt, diese sei gefährlich, da auch Terroristen Zugriff auf den Source Code des Betriebssystems hätten. Jetzt schwenkt Brown indirekt auf die neue Argumentationslinie von SCO ein und wirft Torvalds vor, von Unix abgekupfert zu haben. SCO erklärt, dass der Code nicht direkt übernommen worden sei, doch stelle bereits die Übertragung von Konzepten und Methoden eine Verletzung der Rechte des Unternehmens an Unix dar.

Tatsächlich hat Torvalds Unix als Vorbild für seine Entwicklungen genutzt. Bereits in den neunziger Jahren hat es zwischen Unix-Vertretern und Torvalds ein Debatte um verschiedene Begriffe, Konzepte und Methoden von Linux gegeben. Die damaligen Rechteinhaber aber hatten keine Kopierschutzklagen geltend gemacht. Brown stellt Unix in seiner Studie als “meistlizenziertes, meistimitiertes und meistgestohlenes Programm der Geschichte der Computerwissenschaften” dar. Indes sind die Webseiten des Instituts, auf denen die Studien im Verlauf der Woche veröffentlicht werden sollen, derzeit nicht erreichbar.