Spammer locken ihre Kunden nach China

EnterpriseSicherheit

Weltweit werden Tausende von Rechnern Tag für Tag von einer immer größeren Anzahl von Spam-Mails geflutet.

Weltweit werden Tausende von Rechnern Tag für Tag von einer immer größeren Anzahl von Spam-Mails geflutet. So ist jede zweite digitale Nachricht, die an die Bundesregierung in Berlin geschickt wird, eine Spam-Mail. Der israelische Anti-Spam-Spezialist Commtouch Software hat jetzt untersucht, wohin die unerwünschten Werbebotschaften ihre potentiellen Opfer locken wollen. Das überraschende Ergebnis: nach China.
Der Untersuchung zufolge stammen 71 Prozent der für Spam verwendeten IP-Adressen aus dem Reich der Mitte. “Als wir das erkannt haben, war ich so schockiert, dass ich die Zahlen dreimal habe prüfen lassen”, sagte Commtouch-CEO Gideon Mantel in einem Interview mit der Zeitschrift Business Week. Damit sei aber noch nicht belegt, dass die Spammer selbst auch aus China stammen. Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass die Urheber der Spam-Mails in Amerika oder Europa sitzen. Doch egal aus welchem Land sie stammten, sie seien sich offenbar darüber einig, dass China ein geeigneter Stützpunkt ist, um ihre maliziösen Webseiten zu betreiben.

Dabei lassen sich die Spammer auch nicht von den strikten Pekinger Anti-Pornographie-Gesetzen einschüchtern. Diese verblassen scheinbar angesichts einer Fülle von Vorteilen, die das Betreiben einer Website in China so attraktiv macht. So ist der Betrieb einer Webseite in China besonders billig. Hinzu kommt, dass angesichts des Internet-Booms im Reich der Mitte die staatliche Kontrolle hinterher hinkt.

Nach Mantels Worten gibt es inzwischen 350.000 bis 400.000 Spam-Attacken pro Tag mit jeweils mindestens 50.000 Empfängern. Das Problem werde immer schlimmer. “Seit Anfang des Jahres ist die Spam-Flut um 30 bis 40 Prozent gewachsen”, so Mantel.