Sushi oder Weißwurst? Siemens’ Handy-Macht in China gefährdet

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Der japanische Konzern NEC will sich die Ansprüche aus München nicht länger gefallen lassen.

Der japanische Konzern NEC will sich die Ansprüche aus München nicht länger gefallen lassen. Während Siemens, beziehungsweise seine Mobile-Sparte in Geschäftsbericht und Mitarbeitermagazin immer wieder vollmundig betonen, die erfolgreichsten Handy-Verkäufer im chinesischen Markt zu sein, hat der Konkurrent aus Saitama jetzt nachgelegt und seine millionenschweren Prognosen für den chinesischen Markt auf den Tisch gelegt.
Demnach, so heißt im Wall Street Journal, hat NEC die chinesische Niederlassung extra mit Chinesen an der Spitze besetzt und diesen weitreichende Marketing-, Produktentwicklungs- und auch Budget-Freiheiten gewährt. Dafür sollen sie es schaffen, dass dieses Jahr allein etwa zwei Millionen, nächstes Jahr vier bis fünf Millionen Einheiten verkauft werden.

NEC will dadurch wieder zur einstigen Größe im chinesischen Markt zurückfinden, die den Japanern 1993 auch durch eine veränderte Einfuhrpolitik der Chinesen abhanden gekommen war. Damals setzten sich die finnische Nokia und Samsung an die Verkaufsspitze, dicht gefolgt von Siemens. NEC lag Einschätzungen europäischer Analysten zufolge lange hinter den Münchnern. Doch genau diese wollen die Japaner jetzt in dem Markt, in dem Siemens sich seit 1872  mit dem ersten Großauftrag an so genannten Zeigertelegrafen eine zweite Heimat aufgebaut hat, das Fürchten lehren. Weltweit erwarten sie dieses Jahr einen Zuwachs von 20 Prozent an verkauften Handys. Um dies zu erreichen, haben auch die chinesischen Top-Manager noch ein halbes Jahr Zeit.