Japanisches Milliarden-Triumvirat für Flachbildschirme

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Angesichts des verschärften Wettbewerbs wollen die japanischen Elektronikkonzerne Hitachi, Toshiba und Matsushita künftig gemeinsam Flachbildschirme für Fernseher herstellen.

Angesichts des verschärften Wettbewerbs wollen die japanischen Elektronikkonzerne Hitachi, Toshiba und Matsushita künftig gemeinsam Flachbildschirme für Fernseher herstellen. Das Trio plant nach eigenen Angaben die Gründung eine Joint Ventures, das bereits im Januar seinen Betrieb aufnehmen soll. Insgesamt wollen die drei Japaner umgerechnet mehr als 825 Millionen Euro in das Gemeinschaftsvorhaben pumpen.
Die Unternehmen wollen sich bei der Produktion auf den Größenbereich zwischen 26 und 32 Zoll konzentrieren. “Diese Größen verkaufen sich am besten, so können wir wettbewerbsfähige Preise erzielen”, sagte Hitachi-President Etsuhiko Shoyama. Dabei wird das Joint Venture voraussichtlich Hitachis Displaytechnologie IPS (In-Plane-Switching) einsetzen. Bei IPS-Panels sind beide Elektroden auf einer Seite der Anzeige in einer Ebene, parallel zur Displayoberfläche angebracht. Dadurch vergrößert sich der Betrachtungswinkeln auf bis zu 170 Grad.

Die Massenproduktion soll 2006 anlaufen, bis 2008 sollen dann jährlich 2,5 Millionen Flachbildschirme vom Band laufen. Analysten sagen eine Verfünffachung der weltweiten Nachfrage nach solchen Bildschirmen voraus – von drei Millionen im vergangenen Jahr auf 15 Millionen im Jahr 2006. An dem Joint Venture, für das es noch keinen Namen gibt, wird Hitachi 50 Prozent halten, Toshiba und Matsushita bringen 21 beziehungsweise 25 Prozent ein. Der Rest entfällt auf mehrere Chiphersteller und Zulieferer, die damit in die LCD-Fertigung einsteigen wollen.

Angesichts des steigenden Konkurrenzdrucks kam die Ankündigung der drei Unternehmen nicht überraschend. Bereits im Juli hatten sich Samsung und Sony in der S-LCD Corp. zusammengeschlossen, um gemeinsam Flachbildschirme herzustellen. Erste Gerüchte über eine Allianz der drei japanischen Giganten geisterten daraufhin seit Anfang August durch die Medien.