Compliance treibt Markt für integrierte Dokumentenlösungen

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IT-Manager müssen sich gründlich mit Compliance-Fragen auseinandersetzen – dass sie es zunehmend auch tun, beweisen die Marktzahlen.

IT-Manager müssen sich gründlich mit Compliance-Fragen auseinandersetzen – dass sie es zunehmend auch tun, beweisen die Marktzahlen. Im Jahr 2004 allein werden beispielsweise Lösungen für Dokumenten- und Content-Management im Wert von 1,3 Milliarden Dollar verkauft. Bis 2005/2006 rechnet die Beraterfirma Hewson Group/ Naujoks & Collegen damit, dass der Markt um 10 bis 12 Prozent wachsen wird.
Hier zählt der Analyst Frank Naujoks allein die Softwarelizenzen, die im Bereich umgesetzt werden. “Der Markt wächst zweistellig, weil Anwender besser integrierte, einfacher zu bedienende und skalierbarere Produkte haben wollen”, begründet er das Wachstum. “Die Anwender setzen sich verstärkt mit den Themen Vertrags- und E-Mail-Management auseinander.”

Er beobachtet, dass die Anwenderunternehmen statt der einzelnen Web-Content-Management-Software eher nach einer integrierten Software für die Verwaltung ihrer Dokumente greifen, nach einem “umfassenden Angebot, um alle im Unternehmen vorhandenen Dokumente an einem zentralen Ort ablegen und wieder finden zu können”. Naujoks: “Denn nur in unternehmensübergreifenden einheitlichen Lösungen lassen sich die Potenziale heben und die Kosten dieser umfangreichen Systeme einsparen.”

Für den Kunden heißt es aber auch, sich beeilen. Wie Naujoks gegenüber silicon.de ausführt, wird die Konsolidierungswelle nur noch ein paar Jahre anhalten. Vor allem Opentext/Ixos hat sich hier in den letzten 24 Monaten mit Zukäufen vor allem in Deutschland hervorgetan und Ixos, die österreichische SER Solutions Software GmbH und die SER eGovernment mit ihren wertvollen Beziehungen zur öffentlichen Hand einverleibt. “In etwa ein, zwei Jahren hat sich der Markt soweit beruhigt, dass die Preise wieder anziehen werden”, sagt er. Derzeit sei die gesamte Softwarelandschaft davon geprägt, dass vielfach von den Listenpreisen abgewichen werde und die Kunden beim Preis ein gutes Mitspracherecht besäßen. Naujoks: “In Deutschland gibt es noch etwa 30 bis 50 kleinere, aber sehr interessante Anbieter für Content- oder Dokumenten-Management-Software, weltweit bedeutend sind bald nur noch 5 bis 6, an der Spitze Opentext – das Ende der Konsolidierungswelle wird in etwa ein bis zwei Jahren einen deutlichen Preisanstieg einläuten.”

Für die Anbieter sieht es seiner Ansicht nach so aus, dass sie sich den veränderten Bedürfnissen anpassen müssen: “Content Management wird mehr und mehr den Weg gehen, den Database Management die letzten 20 Jahre gegangen ist. Anfangs ein Nischenprodukt, wurde es mehr und mehr zum unverzichtbaren Bestandteil der IT-Infrastruktur des Unternehmens. Diese Entwicklung wird zunehmend auch die großen Infrastruktur-Anbieter wie Oracle, SAP oder Hewlett-Packard aktiv werden lassen und zu Käufen animieren.”