Inder zu lasch beim Datenschutz

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Kulturelle Unterschiede sind eine oft unterschätzte Gefahr für Outsourcing-willige Unternehmen.

Kulturelle Unterschiede sind eine oft unterschätzte Gefahr für Outsourcing-willige Unternehmen. Davor warnten die Marktforscher von Gartner auf ihrem diesjährigen Security-Gipfel in London. “Indien gilt als Ideallösung wenn es um das Outsourcing von Anwendungen geht, vom Standpunkt der Sicherheit aus gesehen ist das Land jedoch ein Problem”, sagte Gartner-Analyst Partha Iyengar.
Dabei gehe es nicht um technologische Anforderungen wie Firewall und Backup-Systeme. Das Problem entstehe durch die unterschiedlichen Kulturen, so Iyengar. Indien sei eine eng verbundene Gesellschaft, in der recht locker mit Privatsphäre umgegangen werde. So werde es kaum als Problem empfunden, fremde E-Mails zu lesen.

Diese entspannte Einstellung könnte jedoch zum ernsthaften Problem werden, wenn es um den Schutz von Unternehmensdaten geht. Firmen, die Arbeiten nach Indien verlagern, sollten deshalb das Personal vor Ort trainieren, so das es den Datenschutz-Standard einer Firma erfüllt, raten die Experten. Aufgrund des starken Wachstums würden manche Outsourcing-Provider pro Monat mehrere tausend neue Mitarbeiter einstellen – es müsse sicher gestellt werden, dass sie alle nach denselben Richtlinien arbeiten.

Tatsächlich spüren die indischen Anbieter die wachsenden Bedenken der Kunden aus den USA, sagte ein Sprecher einer der größten indischen Service-Provider, Tata Consultancy Services.  “Wir reißen uns ein Bein in Sachen Sicherheit aus, in erster Linie um auf unsere US-Kunden einzugehen, die einen Großteil unserer Geschäfte ausmachen.”