AMD kauft Know-how von IBM

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Advanced Micro Systems hat seine Entwicklerallianz mit IBM um weitere drei Jahre verlängert.

Advanced Micro Systems (AMD) hat seine Entwicklerallianz mit IBM um weitere drei Jahre verlängert. Der Chiphersteller wird voraussichtlich eine viertel Milliarde Dollar an IBM zahlen und im Gegenzug Zugang zu Neuentwicklungen bekommen. Im Dezember 2002 haben die beiden Unternehmen ihre erste Vereinbarung geschlossen, die Ende 2005 auslaufen sollte.
Die Unternehmen würden ihren Vertrag bis 2008 verlängern, wie aus einem Dokument hervorgeht, das AMD bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC eingereicht hat. Noch ist der Vertrag aber von der IBM-Führung nicht endgültig abgesegnet. Einen Großteil der Forschungen würde dann von IBM kommen, obwohl die Unternehmen bei der Entwicklung eng zusammenarbeiten.

Zum Beispiel hat AMD auch bei der Verwendung der Silicon-on-Insulator-Technologie auf Know-how von Big Blue zurückgegriffen. Dabei wird zwischen Trägermaterial und dem Silizium eine Isolierschicht eingezogen, die Spannungsverluste und Abwärme im Prozessor minimieren soll.

Diese Allianz belegt ein weiteres Mal, wie kostenintensiv und komplex die Entwicklung neuer Chips ist. Zudem muss auch oft auf externe Experten zurückgegriffen werden. Ein neues Werk kostet etwa drei Milliarden Dollar, und die damit verbundenen Risiken sind für die Hersteller sehr hoch. So darf AMD mit dem neuen Vertrag offenbar auch 90 beziehungsweise 65 Nanometer-Fertigungstechnologie von IBM bei Auftragsherstellern verwenden. Dadurch würde der Hersteller mehr Bewegungsfreiheit bekommen.

Trotz Verträgen mit AMD, Nvidia und Sony ist die Chip-Entwicklung bei IBM finanziell immer noch schwierig. Big Blue verkauft weit weniger von seinen Power-Prozessoren, die zum Beispiel in Apple-Rechnern zu finden sind, als zum Beispiel Intel. Die CPU findet sich in verschiedenen Versionen in Embedded-Geräten, wie zum Beispiel in der Playstation. Auch in Highend-Servern von Intel. Für den Desktop-Markt, wie ihn Intel oder AMD unter sich aufteilen, scheint IBM keine Ambitionen zu haben und muss daher nach Alternativen suchen, um die kostspielige Entwicklung zu finanzieren.