Linux wird zur Plattform für Windows

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Auf rund der Hälfte aller neuen Linux-PCs läuft vermutlich eine Windows-Version.

Auf rund der Hälfte aller neuen Linux-PCs läuft vermutlich eine Windows-Version. Das teilte das Marktforschungsunternehmen Gartner in seiner jüngsten Untersuchung zu Linux-Desktop-PCs mit. So sollen bis 2008 rund 7,5 Prozent aller neu ausgelieferten PCs mit der Open-Source-Software auf den Markt kommen.
Doch werde sich die Verbreitung des Betriebssystems zunächst nur auf einige wenige Branchen wie den Finanzsektor, Einzelhandel oder Telekommunikationsanbieter beschränken. Als Hauptargument für einen Linux-PC macht Gartner besonders in weniger stark entwickelten Ländern die Tatsache aus, dass ein Linux-Desktop sehr geeignet ist, illegale Software-Kopien laufen zu lassen.

Rund zwei Fünftel der Linux-PCs werden nach Ansicht der Marktforscher wenige Tage bevor sie in Betrieb genommen werden, wieder mit einem Microsoft-Betriebssystem versehen. So können bis zu 15 Prozent der Kosten beim Rechnerkauf gespart werden, da für das Microsoft-Betriebssystem keine Lizenzgebühren anfallen. Gekrackte Versionen sind auf dem Schwarzmarkt von Shanghai schon für rund einen Dollar zu haben.

Aufgrund dieser ‘Reinstallationen’ werde sich zwar der Anteil an ausgelieferten Linux-Rechnern in den nächsten Jahren spürbar anheben, jedoch die tatsächlich installierte Basis werde in diesem Jahr nicht mehr als 1,3 Prozent betragen, glauben die Marktforscher. Bis 2008 wird der Anteil von ausgelieferten Linux-PCs 7,5 Prozent betragen, doch nur 2,6 Prozent der Desktop-PCs werden auch tatsächlich das quelloffene Betriebssystem installiert haben.

“Microsoft hat durchaus Kenntnis von der wachsenden Zahl von PCs, die mit Linux verkauft werden”, heißt es in der Gartner-Untersuchung. Das Unternehmen ziehe aber User vor, die eine illegale Kopie von Windows verwenden, solange den Raubkopieren in den Entwicklungsländern nicht Herr zu werden ist. In letzter Zeit versuche der Hersteller diesen Trend jedoch mit billigeren Versionen des Betriebssystems abzufedern. So könnte Microsoft auch Umsätze mit Rechnern generieren, die ansonsten mit Linux-Betriebssystemen ausgeliefert würden.