Microsoft und Linspire duellieren sich um Großauftrag

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Die niederländische Regierung plant, die Software von etwa 260.000 Desktops und Servern zu aktualisieren.

Die niederländische Regierung plant, die Software von etwa 260.000 Desktops und Servern zu aktualisieren. Wie durch einen Bericht des niederländischen Fachblattes De Automatisering Gids bekannt wurde, verhandelt Den Haag mit Microsoft über den Auftrag. Open-Source-Entwickler und Microsoft-Konkurrenten haben die Gespräche dagegen als Geheimniskrämerei kritisiert. Solche riesigen Projekte sollten für alle Anbieter offen sein, hieß es etwa vom niederländischen Bürgerrechtsverein ‘Bits of Freedom’.
Das Parlament in Den Haag hatte 2002 dafür gestimmt, dass Regierungsbehörden ab 2006 Open-Source-Software einsetzen können. Die Regierung hatte das Programm ‘Open Standards and Open Source Software’ (OSOSS) auf den Weg gebracht, das den Behörden den Umstieg auf freie Software erleichtern soll. Die jüngsten Verhandlungen mit Microsoft höhlen dieses Projekt aus, hieß es von den Kritikern.

Jetzt hat auch der Linux-Distributor Linspire in die Debatte eingegriffen. Linspire-CEO Robertson hat in einem offenen Brief Redmonds Offerte unterboten. Microsoft hatte nach britischen Medienberichten pro Jahr und Rechner 120 Euro verlangt, Robertson dagegen 4,50 pro Jahr und Rechner. So könne die Regierung 150 Millionen Euro sparen, rechnete Robertson vor. Wann Den Haag entscheidet, steht noch nicht fest.