IBM-Storage: Nach dem ‘Shark’ kommt der Wal

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IBM macht ernst mit dem Versprechen, seine Server- und Storage-Linien auf eine Basis zu stellen. Und: Die neuen Speichersysteme schwimmen der Konkurrenz davon.

War bisher die ‘Shark’-Plattform das bissigste, was Big Blue an Speicherlösungen vorzuweisen hatte, so ist es jetzt der Wal, wenn der Größenvergleich erlaubt ist. Die DS8000-Modelle sind sechsmal schneller als der alte ESS 800 (Enterprise Storage Server). So kann der Admin Aufgaben, die aufgrund großer Last auf verschiedenen Subsystemen abgewickelt wurden, auf ein System konsolidieren. Mit maximal 192 TByte steht zugleich riesiger Speicherplatz zur Verfügung. Die 8000er-Serie basiert auf 64-Bit Power-5-Prozessoren und ist mit Funktionen aus dem Großrechnerbereich wie der Virtualisierungs-Engine ausgestattet.
Die Virtualisierungstechnik, die in den Controllern  durchgeführt wird, erlaubt, die Geräte in logische Partitionen (LPAR) aufzuteilen und anstelle vieler kleiner Geräte zu nutzen. Die LPAR-Technologie weist die Kapazitäten des Speichersystems separaten logischen Partitionen mit beispielsweise verschiedenen Betriebssystemen zu, die jeweils unabhängig und isoliert voneinander arbeiten. Und obwohl rein technisch der Hai zum Wal geworden ist, beansprucht letzterer rein physisch gesehen rund 20 Prozent weniger Platz.

Jetzt ist es also offiziell: Wie bereits vermutet, hat IBM den Konkurrenten EMC im Highend hinter sich gelassen. Die Symmetrix-Reihe hat mit maximal 84 TByte eine deutlich geringere Speicherkapazität. An Hitachi Data Systems kommt Big Blue dennoch nicht heran. Die neue TagmaStor-Plattform fasst mehr als das doppelte an Daten, nämlich 332 TByte. Dennoch glaubt Big Blue an einen Vorteil gegenüber den Mitbewerbern: Die anderen seien reine Storage-Anbieter ohne unmittelbaren Bezug zum Rest der Infrastruktur, wird ein IBM-Sprecher in der US-Presse zitiert.

Mit dem HDS-System gemeinsam hat die DS8000 aber die heterogene Ader: Die Zusammenarbeit mit Lösungen anderer Hersteller sollte kein Problem sein. Zunächst wird  das neue Speichersystem als Dual Zwei-Prozessor- oder Dual Vier-Prozessor-Konfiguration erhältlich sein, später sollen Acht- und Zwölf-Wege hinzukommen.

Ebenfalls gegen den Rivalen EMC stellt Big Blue neue Lösungen für mittelgroße Speicherumgebungen. Die ‘DS6000’, ehemals ‘FastT900’, konkurriert mit EMCs ‘Clariion CX 700’ sowie ‘Symmetrix DMX800’ im oberen Mittelstandssegment und skaliert von 580 GByte auf bis zu 67,2 TByte. Das nur drei Höheneinheiten hohe System basiert ebenfalls auf der hauseigenen Power-Architektur, allerdings Power-4. Damit will der Hersteller auch im mittleren Segment hohen Datendurchsatz und schnelle Response-Zeiten erreichen.

Die Speicherbox ist modular aufgebaut. Kunden können so ‘On-Demand’-Computing  realisieren, indem sie ausschließlich für den Speicherplatz bezahlen, den sie benötigen. Außerdem kann sie mit zSeries-, iSeries-, Unix-, Linux- und Intel-Umgebungen verbunden werden. Wegen Preis, Performance und der Features hebe man sich von den Konkurrenten ab, argumentiert IBM. 

DS8000 und DS6000 sind in vielen Bereichen identisch, um in einer gemeinsamen Infrastruktur arbeiten können. Sie verfügen über gemeinsamen Microcode, Funktionalitäten, Schnittstellen und Management-Software. Beide unterstützen zudem die neue Caching-Technologie. Der Adaptive Replacement Cache (ARC) soll Unternehmen einen höheren Datendurchsatz und schnellere Antwortzeiten als mit früheren ESS800-Systemen bringen. Mit dem IBM DS Storage Manager können Anwender Daten aus dem gesamten Portfolio der DS6000- und DS8000-Geräte verwalten und spiegeln, sowie Hunderte von Systemen ferngesteuert administrieren, heißt es in der Mitteilung. 

Beginnend bei einem halben TByte und einer Minimalkonfiguration liegt der US-Listenpreis bei 97.000 US-Dollar. Die ersten Systeme werden ab dem 3. Dezember 2004 verfügbar sein.