Neuer Peoplesoft-Chef zeigt Oracle die Zähne

Management

Das Gezerre um eine mögliche Peoplesoft-Übernahme durch Oracle geht auch nach einem Wechsel an der Peoplesoft-Spitze weiter.

Das Gezerre um eine mögliche Peoplesoft-Übernahme durch Oracle geht auch nach einem Wechsel an der Peoplesoft-Spitze weiter. Der neue Chef Steve Duffield lehnt das Übernahmeangebot ebenfalls entschieden ab, berichtet die Financial Times Deutschland und zitiert dabei eine interne Mail an die Mitarbeiter. “Eher bin ich hier, um zu kaufen”, schreibt Duffield.
Offenbar sieht der Manager hier eine mögliche neue Waffe, um den Übernahmeversuch abzuwehren. Durch Zukäufe werde Peoplesoft größer und damit teurer für kaufwillige Rivalen, schreibt er. Branchenbeobachter hatten bisher vermutete, Duffield werde den Weg für eine mögliche Übernahme frei machen. Vor gut zwei Wochen hatte Ex-Peoplesoft-Chef Craig Conway seinen Stuhl räumen müssen – er galt als Anführer der Abwehrschlacht gegen eine feindliche Übernahme.

Gleichzeitig macht Oracle weiter Druck. So ließ Verwaltungsrats-Chef Jeff Henley verlauten, sein Ziel sei es, die Übernahme bis Ende des Jahres abzuschließen. Er forderte das Management von Peoplesoft auf, Hindernisse für eine Übernahme beiseite zu räumen und in ernsthafte Verhandlungen über den Kaufpreis einzutreten.

Von Seiten der Kartellwächter hat Oracle kaum noch Widerstand zu erwarten. Die US-Behörden haben einer möglichen Übernahme bereits zugestimmt und auch die EU-Kommission hat bereits ihr Einverständnis signalisiert. Die endgültige Entscheidung soll im Laufe der kommenden Wochen fallen.