Oracle konsolidiert seine Produkte

Management

Oracle will sich in den kommenden Monaten in erster Linie darauf konzentrieren, das bestehende Produktportfolio zu stabilisieren.

Oracle will sich in den kommenden Monaten in erster Linie darauf konzentrieren, das bestehende Produktportfolio zu stabilisieren. Das sagte Oracle-Deutschlandchef Rolf Schwirz während einer Podiumsdiskussion auf der DOAG-Konferenz (Deutsche Oracle Anwendergruppe) in Mannheim. “Wir sind dabei, produkttechnisch eine Art Konsolidierung durchzuführen, in diese Ecke werden wir in den nächsten Monaten sehr viel investieren”, so der Manager.
Es gehe darum, die Produkte dort zu festigen, wo es jetzt das ein oder andere Problem gebe. Vor dem Hintergrund immer komplexerer Systeme seien qualitative Verbesserungen entscheidend. Schwirz spricht von einer “Konsolidierung auf Funktionalitätsebene”. Als eine der wichtigsten Produktentwicklungen der vergangenen Jahre  bezeichnete er außerdem das Web-Applikationsentwicklungs-Tool ‘HTML DB’.

Das Werkzeug sorgt vor allem in der Entwicklerwelt für Schlagzeilen. Oracle schult Interessenten derzeit in einem Testlabor. “Die Trainer haben eine Erfolgskrise, wir kommen kaum hinterher”, so Schwirz. Das Tool habe eine sehr niedrige Einstiegsschwelle und richte sich damit verstärkt an den Lowend-Markt, der in der Vergangenheit oft vernachlässigt wurde.

In Bezug auf eine mögliche Peoplesoft-Übernahme ließ sich der Manager nur wenig entlocken. Er versicherte jedoch, dass sich eine Fusion nicht für die Kunden auswirken würde, etwa in Form erhöhter Preise.

Unterdessen hat der Konzern in der Übernahmeschlacht jedoch eine weitere Abfuhr von Peoplesoft bekommen. Der Vorstand lehnt jetzt auch die letzte Offerte in Höhe von 24 Dollar je Aktie ab, das entspricht einem Gesamtangebot von 8,8 Milliarden Dollar. Das Unternehmen habe einen deutlich höheren Wert, so Peoplesoft-Chef Dave Duffield. Oracle hatte bereits angedroht, seine Offerte zurückzuziehen, sollte Peoplesoft auch dieses “letzte und beste” Angebot ablehnen.

Tatsächlich ist Oracle-Chef Larry Ellison offenbar am Ende seiner Geduld: “Oracle beschäftigt sich mit diesem Fall nun eineinhalb Jahre. Es ist jetzt Zeit, zu einer Entscheidung zu kommen.”