IBM und Peerstone Research sehen noch keine Linux-Weltmacht

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Linux wird in den kommenden Jahren bei Unternehmensanwendungen weiter wachsen, das ist das Ergebnis einer Studie, das der Linux-Förderer IBM jetzt veröffentlicht hat.

Linux wird in den kommenden Jahren bei Unternehmensanwendungen weiter wachsen. Das ist das Ergebnis einer Studie, das der Linux-Förderer IBM jetzt veröffentlicht hat. Die Peerstone-Research-Gruppe erklärte, dass die Verbreitung von Microsoft-Servern durch das Wachstum von Linux im ERP-Bereich (Enterprise Resource Planning) gedämpft werde.
Der Marktanteil der Open-Source-Software werde bis 2007 auf 15 Prozent anwachsen. Als Grund dafür nannten die Marktforscher unter anderem die Multi-Threading-Fähigkeiten des Kernels 2.6, der in künftigen Distributionen, wie etwa Red Hat Enterprise Linux 4, integriert werden wird. Peerstone betonte indes von IBM für diese Studie weder beauftragt noch bezahlt worden zu sein,

Für die Studie wurden 400 Installationen von SAP, Peoplesoft und Oracle analysiert. Derzeit hat Linux hier einen Marktanteil von zwei Prozent. In drei Jahren sollen es schon 15 Prozent sein. “Wir sehen, dass Linux nicht mehr nur einfache Aufgaben erledigt, sondern dass es vermehrt auch in komplexen und unternehmenskritischen Anwendungen eingesetzt wird”, erkärte Adam Jollans, Chief Linux Technologist bei IBM.

Zunächst werde Unix das wichtigste Betriebssystem für ERP-Installationen bleiben, erklärten die Marktforscher. Doch in den nächsten drei Jahren würden etwa 20 Prozent der Unternehmen von Unix auf Linux oder Microsoft migrieren. Von diesen 20 Prozent wechseln rund 70 Prozent auf Linux und nur 30 Prozent auf eine Microsoft-Installation, prognostizieren die Marktforscher.

“Das markiert wirklich einen grundlegenden Wechsel”, kommentierte David Tyler von Peerstone. “Die Anwender glauben, dass Linux im ausreichendem Maße skalierbar ist und außerdem hat das Betriebssystem Support von den ISVs (Independent Software Vendors).” Das sei das Ende des Wachstums des Windows-Server Betriebssystems. “Der IBM- und Oracle-Vertrieb hat hier immensen Einfluss. Beide stützen Linux.” Microsoft, so der Marktforscher weiter, werde unter großen Preisdruck geraten. Die Open-Source-Software werde in den kommenden Jahren stark wachsen erklärte Tyler: “Linux wird nicht die Weltherrschaft übernehmen.”