Telekomkonzerne lagern Handel mit Netzkapazitäten aus

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Das Geschäft mit dem Handel von Kapazitäten in den weltweiten Kommunikationsnetzen steht vor einem einschneidenden Wandel.

Das Geschäft mit dem Handel von Kapazitäten in den weltweiten Kommunikationsnetzen steht vor einem einschneidenden Wandel. “Durch den Ausbau der Netze sind die Kapazitäten in den vergangenen Jahren enorm gestiegen und die Preise drastisch gesunken”, sagte Telekomexperte Roman Friedrich von der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton dem Handelsblatt. Inzwischen gebe es Anzeichen für einen weltweiten Trend, dass Telekomkonzerne ihre Großhandelssparte auslagern.
Vorreiter ist offenbar der belgische Telekombetreiber Belgacom. “Wir befinden uns in der Phase, in der die Bücher geprüft werden”, so Belgacom-Chef Didier Bellens. Branchenexperten gehen davon aus, dass der Konzern mit seinem Schweizer Konkurrenten Swisscom über die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens verhandelt. Dort sollen die margenschwachen Großhandelsabteilungen gebündelt werden.

Auch die Telekom Austria und der schwedisch-finnische Telekommunikationskonzern Telia Sonera zögen eine Auslagerung des Großhandelsgeschäfts in Erwägung. Konkrete Pläne gebe es aber noch nicht.

Vor allem Telekommunikationsbörsen wie die Düsseldorfer Eutex sehen sich als Gewinner des Trends. Bereits jetzt bieten Anbieter wie Colt Telecom und Talkline ihre überschüssigen Netzkapazitäten über Eutex zum Verkauf an. Dieses Geschäft will Eutex künftig auch für Telekombetreiber übernehmen.

Mit zwei Anbietern verhandelt der Düsseldorfer Konzern angeblich bereits über eine Teil-Auslagerung – der ganz große Wurf wird jedoch noch eine Weile auf sich warten lassen. “Es wird zu Outsourcing-Deals kommen, aber im größeren Stil wohl erst ab 2006 und damit deutlich später als gedacht”, so Eutex-Chef Dirk Reupke.