Marktforscher sehen Trend zu automatisiertem Programmieren

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Wie zuvor in den traditionellen Industriezweigen, schreite nun auch im Software-Bereich selbst die Automatisierung und Standardisierung voran.

Während automatisiertes Programmieren von der Entwicklerbranche lange belächelt wurde, wird das Thema von Branchenbeobachtern inzwischen zunehmend ernst genommen. Ein solcher Ansatz sei einer der zehn wichtigsten Trends, heißt es von Deutsche Bank Research (DBR) in der Studie ‘Wegweisende Innovationen der Informations- und Kommunikationstechnologien’. Wie zuvor in den traditionellen Industriezweigen, schreite nun auch im Software-Bereich selbst die Automatisierung und Standardisierung voran.

Einer der Vorreiter auf diesem Gebiet ist die spanische Firma CARE Technologies. Sie hat vor rund anderthalb Jahren ihre Programmiermaschine vorgestellt und wirbt damit, die Entwicklungszeit um die Hälfte und die Fehlerrate um fünf Sechstel zu senken. Tatsächlich summieren sich die aus Programmfehlern resultierenden Produktionsausfälle in den USA auf 50 Milliarden Euro im Jahr. Die Programmiermaschine arbeitet mit modulartigen Ablaufdiagrammen und beherrscht mehrere Programmiersprachen wie .Net, C#, Java und Visual Basic – Plattform und Datenbanksystem könnten innerhalb kürzester Zeit gewechselt werden.

Der Kundenstamm von CARE Technologies hat sich in den vergangenen Monaten beständig erweitert – neben einer amerikanischen Börse und der spanischen Fluglinie Iberia, haben inzwischen auch ein bayerischer Autobauer und der Telekommunikationsanbieter TelDaFax erste Erfahrungen mit der Programmiermaschine gemacht. Eine Lösung für ein städtisches Wasserwerk wurde inzwischen von Microsoft zertifiziert.

“Das automatisierte architekturgetriebene Programmieren hat damit das Stadium rein akademischer Forschung hinter sich gelassen und verändert den IT-Markt fundamental”, heißt es bei DBR. Professor Oscar Pastór, Informatiker an der polytechnischen Universität von Valencia und Erfinder der Programmiermaschine ist überzeugt, dass der Markt bereit dafür ist – auch in den USA. “Vor fünf Jahren mussten wir in San Francisco noch erklären, wo Valencia überhaupt liegt. Heute spüren wir starkes Interesse auch am amerikanischen Softwaremarkt, weil unsere Programmiermaschine sehr auf die Probleme der Software-Industrie eingeht.”