Umfrage: Europas IT-Leiter haben Angst vorm Speichern

Management

Die IT-Entscheider Europas gehen viel zu locker mit Storage und Netzwerk-Ressourcen um, obwohl sie wissen, dass die Speicherung, ihre Verwaltung und Bereitstellung geschäftsentscheidend sind.

Die IT-Entscheider Europas gehen viel zu locker mit Storage und Netzwerk-Ressourcen um. Sie wissen sehr gut, dass die Speicherung, ihre Verwaltung und Bereitstellung geschäftsentscheidend sind – gerade in Zeiten der Compliance – aber sie kümmern sich nicht gerne um die Technik, die dahinter stecken sollte und schieben das Thema lieber vor sich her. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage, die der Glasfaserkomponentenhersteller Ciena in Europa durchführen ließ.
Demnach wissen 76 Prozent der befragten IT-Profis in Großunternehmen in Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Spanien, dass Business Continuity mit Storage und Networking, im Ernstfall sogar mit modernen Netzwerkspeichern zusammenhängt. Gleichzeitig erkennen jedoch mehr als die Hälfte der Befragten, 52 Prozent, nicht, dass aktuelle Vorschriften in Zukunft nach einem verstärkten Einsatz von Datenspeicherlösungen in Firmennetzen rufen. Die Studie zeigt zwar, dass die Befragten sich der Bedeutung von Speicherlösungen über Stadt- oder Weitbereichsnetze (MAN/WAN) bewusst sind. Gleichzeitig wird jedoch auch deutlich, dass die Mehrheit der IT-Leiter sich nicht darüber im Klaren sind, welche Auswirkungen die Gesetzgebung auf ihre Unternehmensnetzwerke haben könnte. Darüber waren sich nur gut ein Viertel der Befragten bewusst, genau 27 Prozent.

Die Studie zeigte, dass unter IT-Leitern in diesem Punkt erhebliche Unsicherheit herrscht. Europäische Unternehmen, insbesondere Finanzdienstleister oder international tätige Unternehmen, sind durch Vorschriften wie das amerikanische Sarbanes-Oxley-Gesetz oder Basel II verpflichtet, bestimmte Unterlagen elektronisch zu speichern und für einen festgelegten Zeitraum aufzubewahren. Die Einhaltung solcher Gesetze und Vorschriften sollte daher für europäische Unternehmen durchaus ein wichtiges Thema sein, wollen sie nicht gegen Vorschriften verstoßen.

Ferner besagt die Untersuchung, dass nur 10 Prozent der Befragten Datenspeicherung als zentrales Thema der Kommunikationstechnologie betrachten, obwohl gleichzeitig 76 Prozent der Ansicht sind, dass die Datenspeicherung eine kritische Rolle beim Thema Business Continuity spielt. Für 48 Prozent der Befragen war Zuverlässigkeit der wichtigste Faktor bei der Beurteilung von Kommunikationstechnologien. Kosten und Benutzerfreundlichkeit wurden dagegen nur von 28 Prozent der IT-Leiter genannt. Diese Zahlen zeigen, dass die IT-Infrastruktur der Unternehmen insgesamt nicht zu Speicherlösungen über MAN- oder WAN-Netze passt. Aber gerade dies wäre wohl eine wichtige Voraussetzung für die Verfügbarkeit von Daten sowie für  Business Continuity.

Zu allem Überfluss können die Verantwortlichen die Technik nicht auseinander halten: Daneben ergab die Umfrage noch, dass die meisten Anwender auf ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis achten würden – wenn sie die einzelnen Techniken nur voneinander unterschieden könnten. Die Crux an der Netzwerkerei scheint schließlich zu sein, dass die IT-Verantwortlichen zu 78 Prozent nichts zu den wichtigsten Vorzügen der verschiedenen Speichertechnologien sagen konnten. Sie konnten SDH (Synchrone Digitale Hierarchie) und WDM (Wave Division Multiplexing) nicht voneinander trennen, weil sie mit den Technologien nicht vertraut sind. Früher mussten sich IT-Manager nie mit dem Thema WAN befassen. Heute wäre es klüger und im Ernstfall auch kostengünstiger, die einzelnen Techniken der Speicherung und Datenübertragung zu kennen.