Junge Autofahrer altern durch Handy am Steuer

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Wer sich als junger Mensch auch einmal wie ein 70-Jähriger fühlen und die nachlassenden Reaktionen erfahren will, der nimmt einfach ein Handy mit ans Steuer.

Der Hut auf der Heckablage, daneben die Klorolle, grundsätzlich kein Blinker und in der Regel nicht schneller als 70 Stundenkilometer – das sind die Kriterien, die einem als erstes beim Stichwort ‘betagter Verkehrsteilnehmer’ einfallen. Wer sich als junger Mensch auch einmal so fühlen und die nachlassenden Reaktionen erfahren will, der nimmt einfach ein Handy mit ans Steuer.
Eine Studie der Universität Utah kommt zum Ergebnis, dass 18- bis 25-jährige Autofahrer wie 70-jährige fahren, wenn sie während der Fahrt mit dem Handy telefonieren. Darauf, ob das Mobilteil direkt am Ohr ist oder ob sie ein Headset benutzen, kommt es nicht an. Entscheidend sei, so die Forscher, dass durch die Kommunikation an sich die Fahrtüchtigkeit deutlich leide.

Am besten spiegeln die Ergebnisse der Bremstests die Ähnlichkeit wider. Telefonierende Fahrer bremsen danach um 18 Prozent langsamer, hatten eine um zwölf Prozent größere Distanz zum Vordermann und benötigten fast ein Viertel länger, um ihre Ursprungsgeschwindigkeit wie vor dem Bremsvorgang wieder zu erreichen. Es ging um Millisekunden, sagte ein Verantwortlicher der Nachrichtenagentur AP, aber “die können einem Kind auf der Straße womöglich das Leben retten”.

Immerhin besteht nicht die Gefahr, so die Studie, dass 70-jährige Autofahrer mit Handy am Steuer fahren wie 120-jährige. Ähnliches hatte man in früheren Erhebungen vermutet. Dennoch würden sich die Probleme für Ältere multiplizieren, wenn neben einer altersbedingten geringeren Reaktionszeit auch noch die Ablenkung durch ein Gespräch hinzukomme.