Streit um den Namen des neuen Windows

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Microsofts Ankündigung, die nächste Windows-Version ‘Vista’ zu nennen, ist auf ein geteiltes Echo gestoßen.

Microsofts Ankündigung, die nächste Windows-Version ‘Vista’ zu nennen, ist auf ein geteiltes Echo gestoßen. Bislang firmierte der Nachfolger von Windows XP unter dem Codenamen Longhorn.

John Wall, CEO des Software-Unternehmens Vista.com, kündigte an, “mit allen Mitteln” gegen den Gates-Konzern vorzugehen, sollte der sich für die Bezeichnung ‘Windows Vista’ entscheiden. Dieser Namen könne das Geschäft von Vista.com schädigen, weil er die Kunden verwirre, so Wall in US-Medien.

Pikant: Vista.com stellt Software her und ist in Redmond beheimatet. Das Unternehmen wolle den Traffic zu seiner Site beobachten, sagte Wall. Werde klar, dass viele Site-Besucher eigentlich nach ‘Windows Vista’ suchten, werde Vista.com juristische Mittel einlegen, um die Marke ‘Vista’ zu schützen.

Derweil meldeten sich zwei Software-Hersteller zu Wort, die ‘Vista Software’ heißen. Diese sind Microsoft-Zulieferer und zeigen sich vom neuen Namen angetan. Die Bezeichnung könne “einen positiven Effekt” auf sein Unternehmen haben, sagte Steve Nerby, Chef von Vista Software in Tucson, Arizona.

Auch Anthony Carrabino, CEO von Vista Software in La Jolla, Kalifornien, begrüßte Microsofts Pläne. Über die könnte er “nicht glücklicher sein”, so Carrabino. Sein Unternehmen stellt Vista DB her, eine Datenbank-Engine für Windows-Entwickler.

Einen ähnlichen Streitfall löste Microsoft 1998 mit einer Zahlung. Der US-Internet-Service-Provider Synet erhielt etwa 5 Millionen Dollar – für die Rechte am Namen ‘Internet Explorer’.

Falls sich Vista.com nicht mit einem Scheck überzeugen lässt, könnte Microsoft auch auf einen anderen Namen ausweichen – etwa Windows 07. Die Adressen ‘windows07.us’ und ‘windowsseven.us’ sind bereits auf den Gates-Konzern reserviert.