Siemens klebt virtuelle Post-its an Gebäude

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Forscher von Siemens wollen in rund zwei Jahren einen so genannten ‘Digital-Graffiti-Service’ auf den Markt bringen.

Forscher von Siemens wollen in rund zwei Jahren einen so genannten ‘Digital-Graffiti-Service’ auf den Markt bringen. Dabei handelt es sich um SMS-ähnliche Nachrichten mit Ortsbezug, die sich wie eine Art elektronisches Post-it dort ablegen lassen, wo man sie braucht. Die digitalen Botschaften können beispielsweise an Sehenswürdigkeiten geheftet werden, um Besucher über ein Bauwerk zu informieren.
Dabei kann ein Nutzer per Handy, PDA oder Notebook an einem beliebigen geographischen Punkt eine Nachricht hinterlassen – das so genannte Digital Graffito. Anders als die klassische SMS wandert die Nachricht also nicht zum Adressaten, sondern erreicht diesen nur dann, wenn dieser den für die Botschaft definierten Umkreis betritt. Ein weiterer Unterschied: Die Nachricht kann auf Wunsch nicht nur von einer Person, sondern von mehreren Mobilfunknutzern gelesen werden – wie ein echtes Graffito an der Hauswand.

Den Prototypen hat Siemens gemeinsam mit der Universität Linz und dem ebenfalls in Linz ansässigen Ars Electronica Center entwickelt. Die Technik basiert letztlich auf bewährten Kommunikationssystemen. Dabei wird eine Nachricht per Funkverbindung zu einem Server geschickt – dort dann gespeichert, einem geographischen Punkt zugeordnet und zum Abruf bereit gehalten. Nähert sich eine Person dem entsprechenden Ort, sendet der Server die Nachricht ab. Das ist möglich, weil Mobiltelefone ihre Positionen in regelmäßigen Abständen an die Funkzentrale melden.

Darüber hinaus verfügt der Service über Spezialfunktionen, beispielsweise ein Verfallsdatum. Eine Botschaft wie “In einer halben Stunde bin ich zurück” kann so an ein virtuelles Zählwerk gekoppelt werden. Das macht auch dann Sinn, wenn man mit Bekannten zum Stadtbummel verabredet ist und Bescheid sagt, dass man schon im gegenüberliegenden Kaufhaus ist. Diese Nachricht ist nach drei Tagen sicher nicht mehr interessant.

Die Entwickler gehen davon aus, dass das System in zwei Jahren in Betrieb geht. Erste Anwendungen seien für den Tourismus und im Ausstellungsbereich denkbar, aber auch in der Stadt könnte man so von einem Werbe-Graffito zum nächsten schlendern. Hier wird wieder einmal klar, welch ein Segen der Aus-Knopf eines Handys sein kann.