IBM spaltet Abteilungs-Gigant Global Services auf

Management

Um auf Erfolgskurs zu bleiben, schneidet sich der Konzern ins eigene Fleisch. Analysten sprechen vom Amöben-Syndrom: sich aufspalten, um zu wachsen.

Beim weltgrößten Computerkonzern IBM überschlagen sich derzeit die Ereignisse. Obwohl die jüngsten Quartalszahlen besser ausgefallen sind als von vielen Analysten erwartet, verschärft Big Blue den Sparkurs – anstatt wie bisher angekündigt 13.000, will das Unternehmen weltweit jetzt 14.500 Stellen streichen. Im Zuge der weitreichenden Restrukturierung wird außerdem die Service-Sparte in zwei Abteilungen zerlegt. Und als ob das nicht genug wäre, kündigte IBM gleichzeitig auch noch die Übernahme des Formularspezialisten PureEdge an.

Nachdem der ehemalige Chef von IBMs Service Unit, John Joyce, den Konzern verlassen hat, wird die Sparte in zwei Segmente aufgeteilt. Für den Bereich IT-Services – zu dem beispielsweise auch Outsourcing gehört – ist künftig der 51-jährige Mike Daniels zuständig. Die Verantwortung für Beratungsangebote und die weitgefassten Business Performance Services übernimmt die 48 Jahre alte Ginni Rometty.

IBM hat seit einiger Zeit Mühe, den gigantischen Service-Bereich des Konzerns – der vom Hardware-Einsatz bis zur traditionellen Unternehmensberatung alles abdeckt –  auf Wachstumskurs zu halten. Mit einem jährlichen Gewinn von rund 100 Milliarden Dollar ist die Services Group eine der Hauptsäulen für die Zukunftspläne von IBM – im laufenden Jahr jedoch wurde sie zum Sorgenkind. Vor diesem Hintergrund entschloss sich Big Blue zur Umstrukturierung.

Der langjährige IBM-Beobachter Bob Djurdjevic, Analyst bei der Marktforschungsfirma Annex Research, sprach gegenüber dem Wall Street Journal von einem “Amöben-Syndrom: Man muss sich aufspalten, um zu wachsen”. Die Größe der Dienstleistungssparte “ist zu einer Belastung geworden, sowohl unter John Joyce als auch unter jedem anderen bei IBM”.