No Chips – Eltern durchschnüffeln die Schulkantinen

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Schokolade in der Pause? Weit gefehlt, wenn es nach den Entwicklern eines neuen Monitoring-Systems in den USA geht, können Eltern ihre Kinder sogar beim Schulessen kontrollieren.

Schokolade in der Pause? Weit gefehlt, wenn es nach den Entwicklern eines neuen Monitoring-Systems in den USA geht. Damit können Eltern ihre Kinder sogar beim Schulessen kontrollieren. So bleibt ihnen weder die verbotene, aber dennoch gekaufte Tüte Chips, noch die nicht getrunkene Milch verborgen.

Jeder Schüler, der in der Schulkantine Speisen und Getränke kauft, wird dabei mit allen Details zu seinem Mittagessen registriert. Und die besorgte Mutter, die aus Gesundheitsgründen nach der Jane-Fonda-Diät, der South-Beach-Diät und der Trennkost nun gar nichts mehr essen mag, kann ihren Sprössling zu einem ebensolchen Menschen erziehen, wie sie einer ist. Und das geht so: Die Eltern zahlen akribisch jede Mahlzeit in allen Einzelheiten im Voraus. Und alles, was der Sprössling an dieser Vorgabe ändert – Wasser gegen Limo, Apfel gegen Pommes – wird registriert und hat wohl in den meisten Fällen auch Folgen für die allzu eigenmächtigen Kids.

Hintergrund der Entwicklung dieses Systems, so die Hersteller, sei die Tatsache, dass mehr als 30 Prozent der schulpflichtigen US-Jugend übergewichtig ist. Aber mehr haben die Hersteller auch nicht zum Thema Vertrauen und Kontrolle zu sagen. Die Eltern jedenfalls sind demnach begeistert, dass sie sich neben der Erziehung auch noch um Milch in Tüten kümmern dürfen. Ein einziger Professor berührt die Wurzel des Problems und sagt gegenüber AP, dass die Auswahl der gesunden oder schädlichen Nahrung zu allerletzt beim Kind liege – die Schulen böten schließlich im ‘à la carte’-Modus dreimal Pommes mit Kola als vollwertiges Mittagessen an.