Serviceprovider verschlafen Breitbandentwicklung in Europa

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Die Zahl der Haushalte mit Breitbandanschluss wächst in Westeuropa, aber die Serviceprovider sind noch nicht auf diese Schübe eingestellt.

Die Zahl der Haushalte mit Breitbandanschluss wächst in Westeuropa. Der Marktforscher Datamonitor hat errechnet, dass es in einigen Ländern sogar zweistellige Wachstumsraten gibt. Aber die Serviceprovider seien noch nicht auf diese Schübe eingestellt.

So werde sich die Akzeptanz und reine Verbreitung von Breitband eines Tages bei 60 Prozent einpendeln, sagen die Analysten, ohne den Zeitrahmen dafür zu nennen. Aber allein die Tatsache, dass in absehbarer Zeit mehr als die Hälfte der Europäer Breitband nutzt, sollte die TK-Dienstleister aufhorchen lassen, meint Studienautor Tim Gower. Er spricht von einem Jahresdurchschnittswachstum von 10 Prozent in den fortgeschrittensten westeuropäischen Ländern – gemeinhin sind Frankreich und Deutschland hier an der Spitze. Hierauf sollten sich die Provider jetzt schon vorbereiten. Zwar komme nach der Wachstumsphase ein “unvermeidlicher Absturz” – aber wer die kommende Wachstumswelle mitmachen wolle, müsse sich spätestens jetzt positionieren, sagt er.

Dabei haben die Analysten die Technik Digital Subscriber Line (DSL) in allen Geschmacksrichtungen als Markttreiber isoliert. Asymmetric DSL und das schnelle VDSL sollen es den anderen Techniken (Satellitentechnik, Kabel, Breitband über Powerline oder Fibre-to-the-Home) schwer machen aufzuholen. Mit DSL sind derzeit nach Ansicht der Analysten die Länder Frankreich, Norwegen und Niederlande am besten ausgestattet. In Ländern, in denen weniger effektiv dereguliert wurde und die Monopole der TK-Staatskonzerne deshalb noch nicht so aufgebrochen sind, sieht es dagegen anders aus: Irland und Portugal haben demnach einigen Nachholbedarf in Sachen DSL.