Analyst: Cookie-Ekel bringt Web-Analyse durcheinander

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Immer mehr Web-Anwender löschen ihre Cookies nicht nur regelmäßig, sie blockieren die Annahme sogar gänzlich.

Immer mehr Web-Anwender löschen ihre Cookies nicht nur regelmäßig, sie blockieren die Annahme sogar gänzlich. Das sehen Analysten in den USA als die eigentliche Gefahr für die Analyse von Web-Verhalten an.

Jeff Seacrist, Produkt-Manager bei dem Beratungsunternehmen WebTrends, hält die Auswirkungen für die Industrie für unabsehbar. Im Januar 2004 hatten sich erst 2,4 Prozent der Nutzer in der WebTrends-Datei aktiv gegen Cookies gewehrt, im April dieses Jahres waren es 12,4 Prozent. Die Nutzung von alternativen Browsern wie Mozillas Firefox, der die Blockierung gleich eingebaut hat, sei hier als eine der Ursachen zu nennen.

Seacrist zeigt sich von diesem Ergebnis nicht überrascht, weil die meisten Nutzer sich der Funktionen der kleinen Helfer heute durchaus bewusst sind. Das war auch schon in mehreren übereinstimmenden Studien zu Jahreanfang bekannt geworden. Er fürchtet vielmehr den neuesten Trend der User, die nicht nur ihre Festplatte täglich von Cookies reinigen. Immer häufiger blockieren sie die kleinen Dateien von vornherein. Und das, so Seacrist, würde die notwendigen Untersuchungen über Erfolg und Misserfolg im Web verfälschen, wenn nicht gar unmöglich machen.

Er empfiehlt Unternehmen, die Transparenz über die Nutzung ihrer Homepages brauchen, die Kombination der Cookie-Technik mit anderen Techniken. Er warnt aber davor, mit dem Nutzer ein eine Art Wettstreit zu treten, weil dieser neuen Cookie-Ablagerungen mit Updates der Anti-Spyware oder anderer Blocking-Software quittiere. Die Firmen sollten vielmehr versuchen, dem Nutzer mit offenem Visier klar zu machen, dass sie seine Daten brauchen und wofür sie diese verwenden.