NAS-Speicher von Netapp haben alle Protokolle an Bord

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Mit einem neuen Schuss vor den Bug warnt Network Appliance den großen Gegner EMC.

Mit einem neuen Schuss vor den Bug warnt Network Appliance den großen Gegner EMC. Nach dem Partnerschaftsabkommen mit IBM, das auch schon klar gegen den Konkurrenten zielte, stellt sich der NAS-Anbieter nun mit neuen Produkten für den Midrange-Bereich auf.

Die neue ‘FAS3000’-Serie wird mit ‘FAS3020’ und ‘FAS3050’ die Speicherlösungen ‘FAS920’ und ‘FAS940’ ersetzen. “Wir haben es hier mit einer völlig neuen Hardware-‘Plattform zu tun, die SAN, NAS und iSCSI kann”, sagte Manfred Buchmann, Director technisches Marketing EMEA, im Gespräch mit silicon.de. Wichtig sei, alle Protokolle zeitgleich und zentriert anbieten zu können. “Heute diskutiert man nicht mehr über die Frage NAS oder SAN oder auch IP-SAN oder FC-SAN. Der Anwender soll das Protokoll zur Verfügung haben, das gerade am besten passt.” Ob Fibre-Channel, Ethernet oder iSCSI, für Buchmann ist das ein Kriterium bei der Hardware-Auswahl.

Außerdem soll es zum ersten Mal eine Serial-ATA-‘Option (SATA) für Primär-Storage geben. “Damit können die Anwender ihre Kosten auch im Primärspeicherbereich drosseln, da SATA-Platten günstiger sind als Fibre-Channel-Platten”, so Buchmann. Gegen Festplattenausfall, der gerade im Primärspeicher verheerend sein kann, wappnet sich Netapp mit RAID-DP, das nach Angaben des Herstellers eine höhere Datensicherheit zu weit geringeren Kosten pro Megabyte als RAID-1 bietet.

Die kleinere der beiden Speichergeräte hat ein Speichervermögen von 50 TByte, die große bis zu 84 TByte. Beide haben erstmals per Default die Netapp Unified Platform ‘Ontap 7G’ an Bord. Mit dem Announcement der Hardware wird es nun die Ontap-Version 7.01 geben, die mit neuen Features den Weg hin zum Storage Grid, einem erklärten Netapp-Ziel, ein Stückchen weiter freiräumen soll. Ergänzt wird das Midrange-Portfolio um die Virtualisierungsengines der V3000 Serie. V3020 und V3050 liefern laut Hersteller bis zu hundert Prozent mehr Performance als ältere Modelle der V-Series. Mit der V-Series lassen sich die Virtualisierungsfähigkeiten von Data Ontap 7G auf Storage von Drittherstellern wie HDS, HP, IBM und Sun übertragen.

Ob die neuen Modelle das erste Produkt für den im April dieses Jahres angekündigten OEM-Deal mit IBM sind, konnte Buchmann nicht sagen. Erwarten könne man von Netapp aber noch so einiges im nächsten Jahr. “Bisher basieren die Geräte auf Standard-Server-Technologie. Das muss aber nicht so bleiben.”

Wieder erstaunlich deutlich will sich Netapp von seinem Konkurrenten EMC absetzen. Eine unabhängige Veritest-Untersuchung, die die Benutzerfreundlichkeit und Performance von Geräten überprüfte, attestiert laut Netapp der FAS3020 im Vergleich zu EMCs Clariion CX500 bessere Werte.

Zuletzt hatte sich Hewlett-Packard dem Mittelstands-Speichermarkt mit neuen EVA-Lösungen (Enterprise Virtual Array) gewidmet und auch EMC hat jüngst seine Clariion-Linie aktualisiert.