Erstes Referenzmodell für Grid Computing

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Ein erstes vorzeigbares Ergebnis ihrer Arbeit präsentierte diese Woche die Enterprise Grid Alliance.

Ein erstes vorzeigbares Ergebnis ihrer Arbeit präsentierte diese Woche die Enterprise Grid Alliance (EGA). Das vor einem Jahr formierte Konsortium erstellte ein Referenzmodell für Grid Computing. Darin werden die Anforderungen, Standards und Technologien für die Implementierung von Grid-basierten Lösungen beschrieben.

Die drei wesentlichen Komponenten im Referenzmodell sind ein Lexikon für Grid-spezifische Terminologie, ein Modell für die Klassifizierung des Managements und der Lebenszyklen von Grid-Komponenten, sowie ein Satz von Fallbeispielen, welche die Anforderungen für Enterprise Grid Computing illustrieren. All das, versichert die Allianz, ist hersteller- und produktneutral, nicht einschränkend in technologischer Hinsicht, und soll permanent aktualisiert werden.

“Das Grid ist der letzte große Paradigmenwechsel im Computing”, konstatierte gegenüber silicon.de Dr. Bernd Kosch, Vice President Alliances bei Fujitsu-Siemens und Vorsitzender des europäischen Zweigs der EGA. Deswegen sei es wichtig, möglichst Standards zu setzen und die gesamte Industrie zu involvieren. Ziel der EGA sei es, Grid-Technologie fit für kommerzielle Anwendungen zu bekommen.

Als nächstes sollen nach Auskunft von Kosch gegen Ende des Sommers einige Muster-Anwendungsfälle publiziert werden. Die fünf Arbeitsgruppen der EGA haben ihre Arbeit in drei große Szenarien unterteilt: Grid-Strukturen innerhalb eines Unternehmens, Grid als universelle Applikationsplattform, sowie allgemeingültige Konzepte für Utility Computing.

Innerhalb des Konsortiums agieren inzwischen außer Industrieschwergewichten wie Sun, Oracle, Fujitsu-Siemens oder HP inzwischen auch reine Anwenderfirmen. Dennoch fehlen aus der Mitgliederliste mit IBM und Microsoft zwei Unternehmen, die ebenfalls einiges an Gewicht auf die Waage bringen. Als die beiden Anfang dieses Jahres die Grid-orientierte ‘Globus Alliance’ gründeten, war schnell in der Industrie von einer Gegenveranstaltung die Rede.

“Globus ist keine Gegenveranstaltung zur EGA”, ist Bernd Kosch überzeugt. Deren Arbeit konzentriert sich auf die Erstellung eins Toolkits für die Programmierung Grid-fähiger Anwendungen, und man führe bereits Gespräche über eine Kooperation. Gespräche über einen Beitritt in die EGA führe man auch seit geraumer Zeit, bis dato allerdings ohne Ergebnis.