Netzwerke verändern sich: Juniper kauft zu

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Juniper Networks, ein Verfolger von Netzwerkkonzern Cisco, facht den Wettbewerb an und hat gleich zwei kleinere Spezialisten geschluckt, um der Führung näher zu kommen.

Juniper Networks, ein Verfolger von Netzwerkkonzern Cisco, facht den Wettbewerb an. Das Unternehmen hat – nach dem Zukauf von VoIP-Qualitätssicherungsfirma Kagoor Networks im März dieses Jahres – gleich zwei kleinere Spezialisten geschluckt, um der Führung näher zu kommen. Peribit Networks ist ein etablierter Anbieter von Optimierungstechnologie für Wide Area Networks (WAN), stand Gerüchten zufolge schon einmal auf der Speisekarte des Platzhirsches und wollte eigentlich einmal selbstständig bleiben und an die Börse gehen.

Redline Networks beschäftigt sich mit der so genannten Application-Frontend-Technologie (AFE), die vor allem in Datenzentren für mehr Performance und Kontrolle sorgen soll. Mit einem Applikations-Frontend können beispielsweise Web-basierte Datenzentren flexibel und skalierbar beschleunigt werden. Peribit kostet Juniper rund 337 Millionen Dollar, für Redline gibt das Unternehmen etwa 132 Millionen Dollar aus.

Juniper gehe dabei, wie es heißt, mit der Zeit, weil sich die IT verändert habe. Scott Kriens, Junipers CEO, sagt: “Unsere Strategie bleibt dieselbe, aber die Probleme der Kunden haben sich nun einmal geändert und deshalb müssen wir unser Wissen um Netzwerkverbesserungen mit den Bedürfnissen der Kunden neu abgleichen.” Diese Schwierigkeiten speisen sich ihm zufolge daraus, dass der Kunde nicht mehr wie früher als lokaler Anwender mit einfacher Anbindung an das Netzwerk gebunden sei (LAN). Er habe sich vielmehr vom Netzwerk physisch wegbewegt: in Filialen und Niederlassungen, auf Gleis und Strasse und zu eigenen Kunden. Die Erwartungen seien aber gewissermaßen mitgewandert, sagt er.

Heute verlange der Kunde die gewohnten LAN-Qualitäten und Sicherheitsstandards im WAN. Die benötigten Anwendungen müssen daher über größere Distanzen so gut funktionieren wie auf kurzen Strecken. Auch in Hinsicht auf die Security. “Wir sind weggegangen von der Punktlösung und hin zu den flexiblen und komplexen Strukturen von heute”, sagt der CEO. Und da die webbasierte Technik den Zugriff auf die immer noch lokal abgelegten Applikationen auch nicht sicherer mache, sei mehr Security vonnöten. Diese dürfe die Applikationen wiederum nicht ausbremsen.

Kriens sagt: “Da sich die Applikationen und die Ansprüche nicht ändern können und im Gegenteil immer komplexer werden, muss sich das Netzwerk als dritter im Bunde verändern – das heißt, alles muss überall sicher und hochperformant funktionieren.” Dieser Ansatz sei durch die Technik der zwei Firmen gegeben, da hiermit die “industrieweit besten Lösungen” in ihrem Bereich gekauft worden seien. Die nun geplante Kombination beider Technologien mitsamt den IP-Infrastruktur– und Security-Lösungen von Juniper heißt in Zukunft “Application Assurance”. Kriens fügt hinzu, diese Assurance werde nicht mehr nur ein ‘Nice to have’ sein, sondern berücksichtige, dass Dinge wie Applikationsperformance heute eine dringliche Business-Notwendigkleit seien. Dafür will Juniper jetzt offenbar besser sorgen.