Eltern dürfen Mails ihres getöteten Sohnes lesen

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Nach monatelangem Streit um den Zugang zu E-Mails eines im Irak getöteten US-Soldaten, hat jetzt ein Gericht im US-Bundesstaat Michigan ein Urteil gefällt.

Nach monatelangem Streit um den Zugang zu E-Mails eines im Irak getöteten US-Soldaten, hat jetzt ein Gericht im US-Bundesstaat Michigan ein Urteil gefällt. Demnach muss Yahoo den Eltern vom Justin Ellsworth den Zugang zu den elektronischen Daten ermöglichen. Der Internetprovider hatte sich zunächst geweigert, dass Passwort des verstorbenen Sohnes herauszugeben und argumentierte, nicht gegen die Datenschutzrichtlinien verstoßen zu können.

Yahoo hat das Urteil bereits umgesetzt und dem Vater des gefallenen Soldaten eine CD mit mehr als 10.000 Seiten Text übergeben, in der kommenden Woche sollen die Ausdrucke folgen. “Wir sind damit zufrieden, dass das Gericht diese Sache geklärt hat”, sagte eine Yahoo-Sprecherin. Seine Datenschutzrichtlinien will das Unternehmen aber deshalb nicht ändern.

Experten gehen davon aus, das mit der zunehmenden Bedeutung von E-Mails im Alltag die Rechtsstreitigkeiten um dieses Medium künftig zunehmen werden. “Ich denke, dass der größte Teil der Service-Provider im Augenblick die Daten übergibt, wenn der Tod eines Kunden bewiesen wurde und es einen Nachlassverwalter gibt”, sagte Cyber-Rechtsprofessor Henry H. Perritt. “Aber sie fangen gerade erst an, über dieses Problem nachzudenken.”

Yahoo gibt dies Daten derzeit ausschließlich an den Besitzer des Accounts heraus. Andere Provider wie AOL oder Microsofts Hotmail sind großzügiger und verlangen lediglich eine Kopie der Sterbeurkunde, bevor der Account für den nächsten Angehörigen geöffnet wird. AOL hat nach eigenen Angaben Dutzende solcher Anfragen pro Tag.