1000 Peitschenhiebe für anzügliche Bilder auf dem Handy

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Die saudiarabische Regierung will unmoralischem Verhalten mit ganz traditionellen Mitteln ein Ende bereiten.

Die saudiarabische Regierung will unmoralischem Verhalten mit ganz traditionellen Mitteln ein Ende bereiten. Wer auf seinem Handy mit Kamerafunktion anzügliche oder pornografische Bilder hat oder verbreitet, muss jetzt mit einer Strafe von 1000 Peitschenhieben rechnen.

Alternativ haben die Richter nach einem Bericht des Marktforschungsunternehmens Primetrica die Möglichkeit, 26.000 Dolllar Strafe zu verlangen oder eine 12-jährige Gefängnisstrafe zu verhängen. In arabischen Staaten, so heißt es hier, hätten Nutzer die Kamera-Handys auch für Aktivitäten entdeckt, die nach den Sitten und Gesetzen des Islam offenbar als illegal oder unmoralisch gelten.

In Kuwait soll es demnach zwei Jahre Haft geben, wenn jemand von einer Person ohne deren Einverständnis ein Foto mit dem Kamera-Handy macht. Sollten diese Bilder später für pornografische Zwecke missbraucht werden, erhöht sich die Strafe auf bis zu zehn Jahre. In Saudi-Arabien wurde im vergangenen Frühjahr ein allgemeines Verbot von solchen Handys erlassen. Dies wurde aber durch illegale Einfuhren ad absurdum geführt und wieder fallen gelassen.

Zu dem Thema schreibt Amnesty International: “Die Prügelstrafe wird in Saudi-Arabien bei einer Reihe von Tatbeständen angewandt. So wird sie unter anderem bei Sexualdelikten verhängt und kann nach Ermessen der Richter auch als zusätzliche Strafe beziehungsweise an Stelle anderer Strafen angeordnet werden. Die Anzahl der Peitschenhiebe ist gesetzlich nicht festgelegt und kann von mehreren Dutzend bis mehreren Tausend Hieben reichen.”