Millionenschwerer Bankraub im Internet vereitelt

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Ein versuchter Millionenraub durch Computerhacker in der Londoner Vertretung einer japanischen Bank sorgt derzeit für Wirbel.

Ein Sprecher der betroffenen Bank Sumimoto Mutsui sagte, dem Institut sei kein Schaden entstanden. In Israel sei bereits ein Mann festgenommen worden, dorthin hätte ein Teil des Geldes überwiesen werden sollen. Die ‘National High Tech Crime Unit’ (NHTCU) in Großbritannien hat inzwischen eine Warnung an große Banken herausgegeben, sich vor Keylogging-Trojanern in Acht zu nehmen. Diese Methode hatten die Hacker angewendet.

Diese Malware zeichnet Tastatureingaben auf und leitet sie an Dritte – beispielsweise kriminelle Banden – weiter. Sophos-Experten betonten, dass nicht nur große Banken, sondern auch kleine Unternehmen und Privatanwender durch Trojaner und Würmer bedroht sind, die im Hintergrund ablaufen und alle Aktionen im Computer aufzeichnen.

“Derzeit entwickeln die SophosLabs Schutzmechanismen gegen etwa 15 neue Schädlinge pro Tag, wohingegen es vor einem Jahr nur fünf waren”, sagte Sophos-Geschäftsführer Pino von Kienlin. “Hacker-Banden suchen gezielt nach verwundbaren Computern, um Informationen zu entwenden und damit Bankkonten zu leeren.”

Auch F-Secure berichtet von einem Wechsel in der Taktik der Hacker. So gebe es immer weniger Massenmail-Würmer wie Netsky, Bagle oder Sober. Stattdessen versuchten die Virenautoren mit möglichst wenig Aufwand einen maximalen Effekt zu erzielen. Dazu gehört eben auch das gezielte Plündern von Bankkonten.