Storage trifft Security: Netapp kauft Decru

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Sie kennen sich und offenbar haben sie sich seit Januar 2004 so lieben gelernt, dass sie jetzt als eine Firma gemeinsame Storage-Security-Sache machen wollen.

Sie kennen sich und offenbar haben sie sich seit Januar 2004 so lieben gelernt, dass sie jetzt als eine Firma gemeinsame Storage-Security-Sache machen wollen: Network Appliance hat Decru gekauft. Das heißt so viel wie Speicher trifft Verschlüsselung.

Netapps Chef, Dan Warmenhoven, sagte, angesichts der bekannt gewordenen Sicherheitslücken in der jüngeren Vergangenheit, müsse ein besonderer Schutz der Daten oberste Priorität haben. “In einer Zeit, in der die Sicherheit der Daten im Vordergrund steht, wird Verschlüsselung zu einem entscheidenden Faktor in der Dateninfrastruktur.” Durch die Kombination der Produkte von Netapp – die selbst bereits Datensicherheitslösungen anbieten, allerdings rein Software-basierend – und Decru, stehe dem Anwender ein umfangreiches Datensicherheitsportfolio zur Verfügung.

Seit vergangenem Jahr bringen die beiden Unternehmen gemeinsame Lösungen heraus, die Unternehmen und Behörden unterstützen sollen, ihre Daten sicher vorzuhalten und dabei revisionsgerecht zu handeln. Während Netapp die Speicherkomponenten beisteuert, liefert Decru die Security-Appliance. Die wiederum kann auch mit Speicherprodukten anderer Hersteller zusammenarbeiten und versteht alle Speichertechnologien NAS (Network Attached Storage), DAS (Direct Attached Storage), SAN (Storage Area Network) und iSCSI. Außerdem kann die DataFort-Lösung von Decru auch in Tape-Umgebungen agieren.

Den heterogenen Ansatz, also die Kombinierbarkeit von Netapp-Produkten mit denen anderer Hersteller, soll auch in diese Übernahme einfließen. So wie die Systeme der NetApp V-Series verschiedene Herstellerprodukte virtualisierten, könnten NetApp- und Decru-Lösungen auch auf Disk- und Tape-Systemen von Drittherstellern gespeicherte Daten schützen.

Spannend macht die Appliance, dass sie keine Änderungen bei Servern, Desktops oder Applikationen erfordert, sondern in bestehende Infrastrukturen leicht integrierbar ist. Auf dem Weg zur Speicherkomponente wird jeder Datensatz verschlüsselt, bevor das System ihn ablegt. Und das in Wire Speed und ohne Performance-Einbußen, wie der Hersteller immer wieder betont. Anders als bei Firewalls, die so genannte ‘Data in transit’ sichern, kümmert sich die Appliance um die ‘Data at rest’, also die, die ihren zwischenzeitlichen oder entgültigen Speicherplatz schon erreicht haben. 

272 Millionen US-Dollar wird Netapp der Kauf kosten. Das könnte sich aber durchaus auszahlen. Immerhin kommt der Markt mit Storage-Security derzeit ins Rollen, wofür unter anderem der Hype um die Compliance verantwortlich ist. Aber auch die Bänderverluste bei der Citigroup oder anderen sorgen dafür, dass sich die Branche immer häufiger mit den beiden Bereichen als Einheit auseinandersetzen muss, auch wenn das manchmal noch sehr schwer fällt. Zu unterschiedlich sind die Interessen – auf der eine Seite eine sichere Datenlandschaft und auf der anderen Seite schnelle Verfügbarkeit.

Die Akquisition soll im Oktober 2005 abgeschlossen sein und hängt unter anderem von der Zustimmung der Regulierungsbehörden ab. Decru wird als neue Geschäftseinheit von NetApp geführt.