Handy-Herbst: BenQ löscht Siemens-Logo

Management

Handys mit einem reinen Siemens-Logo könnten schon bald Seltenheitswert haben.

Handys mit einem reinen Siemens-Logo könnten schon bald Seltenheitswert haben. Rund eine Woche nach der Übernahme hat der taiwanesische BenQ-Konzern angekündigt, ab Oktober nur noch Telefone mit dem Doppellogo BenQ Siemens oder mit dem BenQ-Logo auszuliefern. Noch sei aber nicht völlig klar, wie in welchen Märkten vorgegangen werde, sagte Konzernchef Lee Kuen-Yao gegenüber dem Focus.

Gleichzeitig forderte er – in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin ‘Der Spiegel’ – die Siemens-Beschäftigten zu mehr Flexibilität auf. “Wir erwarten nicht, dass die Deutschen soviel arbeiten wie die Chinesen”, so Lee. “Aber in jedem Fall müssen sie erkennen, dass sich die Handysparte in einer sehr kritischen Lage befindet und dass jeder verlieren wird, wenn wir uns gegen den Wandel sperren.”

BenQ wolle sich aber an alle Vereinbarungen halten, die Siemens mit seinen Mitarbeitern getroffen habe. So gilt für das Werk in Kamp-Lintfort eine Standort-Garantie bis Mitte 2006. Mit wievielen Angestellten, das steht nicht fest. “Anschließend werden wir aber offen darüber sprechen müssen, was für alle Seiten am Besten ist”, so Lee.

Für die Probleme der verlustreichen Siemens-Sparte machte der BenQ-Chef häufige Managementwechsel verantwortlich. “Daher waren die Entscheidungen nicht stetig. Siemens konnte nicht rechtzeitig auf den sich wandelnden Markt reagieren.”