Berlin plant angeblich den Verkauf von persönlichen Daten

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Im Bundesinnenministerium überlegt man, Unternehmen gegen eine Gebühr Zugriff auf persönliche Daten zu gewähren.

Im Bundesinnenministerium überlegt man, Unternehmen gegen eine Gebühr Zugriff auf persönliche Daten zu gewähren, die auf dem neuen digitalen Personalausweis gespeichert sind. Das hat die Unternehmensberatung Kuppinger Cole und Partner (KCP) “aus zuverlässiger Quelle” erfahren. Der digitale Personalausweis wird ab dem Jahr 2008 an die Bundesbürger ausgegeben.

Das jetzt in Berlin diskutierte Modell sehe vor, dass ein Unternehmen für die Nutzung von Daten – wie Adresse, Geburtsdatum und Name – ein Berechtigungszertifikat kaufen müsse, so KCP. Im Gespräch sei ein Betrag von 40 bis 50 Cent pro Datensatz. Das Geld aus dem Verkauf der Zertifikate solle weitgehend dazu verwendet werden, die höheren Kosten der Hightech-Ausweise auszugleichen.

Dazu müsste jedoch das Gesetz über Personalausweise (PersAuswG) aus dem Jahr 1984 geändert werden. Das regele zwar den Datenaustausch zwischen den Behörden – nicht aber zwischen Behörden und Unternehmen. Interesse an den Daten könnten etwa Online-Händler haben, die die Identität der Kundschaft prüfen müssen.

Im Zuge der Einführung der neuen Personalausweise diskutiere man verschiedene Geschäftsmodelle, sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums gegenüber Focus Online. Bislang sei jedoch noch nichts entschieden.