ITK-Markt hat Wind in den Segeln, aber einige Klippen vor sich

Management

Zum Auftakt der CeBIT zeigt sich der Bitkom demonstrativ optimistisch. Die Firmen stellen wieder ein – doch wo sind die Fachkräfte?

Am Vorabend der CeBIT hat der Branchenverband Bitkom am Mittwoch zu seiner traditionellen Eröffnungskonferenz geladen – und sich nach Kräften bemüht, positive Stimmung zu verbreiten. “Der ITK-Markt hat die Schwächephase der Jahre 2001 bis 2003 endgültig überwunden und befindet sich wieder auf solidem Wachstumskurs”, verkündete Bitkom-Präsident Willi Berchtold. Doch es gab auch Punkte auf der Tagesordnung, die der versammelten Verbands-Führungsmannschaft die Sorgenfalten auf die Stirn treiben: die Politik der Bundesregierung und der sich immer deutlicher abzeichnende Mangel an Nachwuchs.

Insbesondere die Mittelständler würden wieder verstärkt in neue Informations- und Kommunikationssysteme investieren, so Berchtold. Zum Beispiel in neue Hardware wie Notebooks, neue Software und mobile Internetanschlüsse. Die eigentlichen Markttreiber seien dabei zurzeit Softwarehäuser und IT-Dienstleister, sie würden auch von der verstärkten Nachfrage nach Sicherheitslösungen und dem anhaltenden Trend zum Outsourcing profitieren.

Dementsprechend sind es nach Berchtolds Worten in erster Linie eben diese Software-Unternehmen und IT-Dienstleister, die einstellen. Und da sind es wiederum die kleinen und mittelständischen Firmen, die neue Leute suchen. Zum ersten Mal seit dem legendären Boom-Jahr 2000 würden in der Branche deshalb per Saldo zusätzliche Jobs geschaffen – 10.000 sollen es im laufenden Jahr sein. Auch für die nächsten Jahre erwartet der Bitkom ein solides Wachstum an Arbeitsplätzen. “Ein Fragezeichen haben wir aber am Ende des Jahrzehnts”, sagte Bitkom-Vizepräsident Jörg Menno Harms. “Wir werden uns nach wie vor mit der Frage beschäftigen müssen, wo bekommen wir die Köpfe her.”

Grund für solche Bedenken ist die hohe Abbruchquote unter Studienanfängern der Ingenieurswissenschaften – sie liegt derzeit bei 50 Prozent. So gab es im vergangenen Jahr rund 28.000 Studienanfänger, geht es nach der Quote, werden lediglich 14.000 ihr Studium  zu Ende bringen. “Das reicht gerade mal so, weiter darf es nicht runter gehen, sonst haben wir ein Problem”, sagte Harms. “Es ist elementar, dass wir einen strategischen Ansatz finden, die jungen Leute in die Bereiche reinzubringen”, ergänzt Berchtold.