HP: Drucker- und PC-Sparte gehen getrennte Wege

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HP-Chef Hurd sieht in der Trennung der Drucker- und PC-Sparte bessere Chancen für den Konzern und wischt seiner Vorgängerin Fiorina postum noch eins aus.

In seiner ersten großen Amtshandlung als neuer HP-Chef hat Mark Hurd die von seiner Vorgängerin Carly Fiorina durchgeboxte Zusammenlegung von Drucker-  und PC-Sparte rückgängig gemacht.

Die wieder selbstständige Personal Systems Group (PSG) führt künftig Todd Bradley, ehemals President und CEO bei PalmOne. Unter PSG fallen Notebooks und Desktop-PCs, Handhelds, Workstations und entsprechende Support Services. Chef der Imaging and Printing Group (IPG) wird erneut Vyomesh (V.J) Joshi. Er hatte die Sparte bereits vor der Fusion mit PSG zur Imaging and Personal Systems Group geleitet.

Der Schritt war erwartet worden, nachdem Hurd in seiner Antrittsrede von einem “Marathon” gesprochen hatte, für den “wir HP fit machen müssen”. Jetzt ist sein Ziel, “die Konkurrenzfähigkeit zu stärken und die Kostenstrukturen zu verbessern”, wie er dem Wall Street Journal sagte.

Anfang des Jahres hatten Analysten bereits die Ankündigung der früheren HP-Chefin, die beiden Geschäftsbereiche wieder zusammenzulegen, kritisch beäugt. Fiorina erhoffte sich eine bessere Effizienz bei der Produkteinführung und deren Marktreife. Schon damals zweifelten Analysten jedoch daran, dass es auf diese Weise mit der PC-Abteilung bergauf gehen und die Aufholjagd zu Dell erfolgreich sein könnte. Hewlett-Packard sei zu starr, hieß es Ende vergangenen Jahres von Kritikern. 

Jetzt kocht die Gerüchteküche, wie es immer ist, wenn Geschäftsbereiche getrennt, ausgelagert oder wie auch immer abgekoppelt werden: es könnte ja die PC-Abteilung verkauft werden. Und Acer solle daran interessiert sein. Möglicherweise bleibe IBM nicht das einzige Unternehmen, das seinen PC-Bereich abgibt. Big Blue seinerseits hatte an Lenovo verkauft.

Das klingt interessant, zumal die Marktforscher von Gartner kurz vor der Bekanntgabe der IBM-Pläne, die PC-Sparte abstoßen zu wollen, von einer eher asiatisch geprägten PC-Zukunft gesprochen hatten. Lenovo ist chinesisch, Acer kommt aus Taiwan. Die Analysten prophezeiten im November 2004, drei der zehn führenden Computerhersteller müssten bis 2007 ihr Geschäft aufgeben.

Experten halten Hurds Maßnahme zunächst einmal für notwendig und richtig. Die beiden Sparten könnten unterschiedlicher nicht sein, so ein Analyst gegenüber der US-Presse. Der Anwender müsse klar erkennen können, wer für welches Produkt zuständig sei. Außerdem sei HPs PC-Abteilung die zweitstärkste Kraft hinter Dell, auch wenn zum Konkurrenten zuletzt Marktanteile verloren gegangen waren.