Freie Entwickler sind schnell mit Bug-Fixes

EnterpriseSoftware

In vielen Fällen stehen schon vier Arbeitsstunden nach der Veröffentlichung eines Lecks entsprechende Patches bereit.

Entwickler von Open-Source-Projekten sind schnell im Beheben von Fehlern. Wie eine Studie des Marktforschers Evans Data zeigt, stehen in vielen Fällen schon vier Arbeitsstunden nach der Veröffentlichung eines Lecks entsprechende Patches bereit.

450 Entwickler, die derzeit an einem offenen Projekt arbeiten, haben die Marktforscher bei ihrem Tun beobachtet. Interessiert hat die Forscher dabei der Zeitraum zwischen der Entdeckung eines schwerwiegenden Fehlers und dem Entwickeln einer Lösung.

In 17 Prozent der Fälle wurden die Entwickler schon nach etwa vier Arbeitstunden fündig. Rund ein Viertel braucht im Schnitt zwischen vier und acht Stunden. Etwa 28 Prozent der Entwickler brauchen maximal 24 Stunden, die restlichen 30 Prozent hatten länger als einen Tag für das Finden eines Bugs benötigt. 

Ein Stück weit kann diese Untersuchung Argumente von Anbietern proprietärer Software entkräften, die Entwicklergemeinde könne nicht zeitkritisch auf Bedrohungen reagieren. Allen voran hatte Microsoft auch mit Hilfe dieses Arguments einen Marketing-Feldzug gegen offene und freie Software gestartet. Allerdings braucht das Unternehmen selbst zum Teil 100 Tage und mehr, um Fehler zu beheben.

Für Evans zeigen diese Zahlen Vorteile des Open-Source-Modells beim Entwickeln auf. “Einer der großen Stärken dieser Art von Entwicklung ist die Tatsache, dass sich diese Gemeinschaft zu einem Wissensspeicher für Entwicklungen gewandelt hat”, kommentiert John Andrews, President bei Evans Data.

Diese Gemeinschaft sei für die schnelle Reaktion im Fehlerfall verantwortlich, sagt Andrews. Jedoch müssten die Entwickler wissen, wie mit diesem Instrument umzugehen sei. “Ein Verständnis für die Arbeitsweise dieser ‘Gemeinschaft’ kann dem Entwickler insofern helfen, als er die Suche, wo er nachschauen muss und wen er fragen muss, sehr schell eingrenzen kann”, so der Analyst.

Dabei sind die Entwickler auch kommerziellen Angeboten nicht abgeneigt, wie die Studie zeigt. So würden 67 Prozent für ein gutes Linux-Produkt bezahlen, ungeachtet der Tatsache ob es Open Source ist oder nicht. Auch für Support könne sich ein Teil der Entwickler erwärmen. Etwa 20 Prozent von ihnen wären bereit, 200 Dollar bis 500 Dollar zu zahlen. 15 Prozent würden sich Support bei quelloffenen Produkten sogar 500 Dollar bis 1000 Dollar kosten lassen. Ein Viertel der Befragten hingegen ist überhaupt nicht bereit, Support einzukaufen.