Ein frisches, kühles Bier dank RFID

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Es gibt wenige Dinge, die schlimmer sind, als kurz nach dem Anpfiff eines Fußballabends festzustellen, dass kein Bier im Haus ist.

Es gibt wenige Dinge, die schlimmer sind, als kurz nach dem Anpfiff eines Fußballabends festzustellen, dass kein Bier im Haus ist. Dennoch gibt es sie. Beispielsweise wenn nach dem ersten tiefen, vorfreudigen Schluck aus der kühlen Flasche nichts als Ekelgeschmack zurückbleibt. Verdorbenes Bier ist ein Schreckgespenst, dass nicht nur die bayerische Brauerzunft umtreibt – jetzt hat sich gar einer der weltweit größten IT-Konzerne – Sun Microsystems – den Kampf gegen die gärende Misere auf die Fahnen geschrieben.

Das Unternehmen arbeitet an einer RFID-Applikation (Radio Frequency Identification), mit der sich Alter und Temperatur von Bier messen lassen soll. “Wenn Bier zu lange extrem heißen oder kalten Temperaturen ausgesetzt ist, wird es schlecht”, sagte Julie Starbacker, die das RFID-Geschäft bei Sun leitet. Der Konzern arbeitet bei seiner Entwicklung mit einem nicht näher genannten Bierhändler zusammen.

Gerade die Distributoren des Hopfensaftes haben ein ureigenes Interesse an der Thematik. Nicht selten bekommen sie schließlich Bierlieferungen von Händlern zurück – ohne genau feststellen zu können, wie lange die Flaschen oder Fässer unter welchen Bedingungen gelagert waren.

Sun hinkt mit seinen Bemühungen um das Braugewerbe dem Wettbewerb ein wenig hinterher. Bereits Ende vergangener Woche hatte die US-Firma Identec Solutions ein RFID-Tag für die Temperatur-Aufzeichnung von Lebensmitteln auf den Markt gebracht. Der Funkchip speichert bis zu 13.000 Messungen zur Temperatur, die bei Bedarf ausgelesen werden können.