Die angesagtesten Themen im IT-Sommer 2005

Management

Die Marktforscher vom Gartner-Institut haben die aus ihrer Sicht wichtigsten Trends der Branche auf den Tisch gelegt. Wer die verschlafe, verbaue den Erfolg des Unternehmens.

Die Marktforscher von Gartner haben die fünf, aus ihrer Sicht wichtigsten, IT-Themen für das laufende Jahr 2005 ausgemacht. In einem aktuellen Bericht stellen die Forscher die Trends genauer vor und erläutern deren Wert für das Unternehmen.

Nach der Analyse der Trendexperten müssen sich IT-Leiter jetzt und in Zukunft mit den Bereichen Open-Source, Konvergenz von Daten und Stimme, Service-orientierte Architektur, IT-Utility sowie Global Sourcing intensiv auseinander setzen. “IT-Chefs müssen diesen fünf Themen die höchste Priorität einräumen. Und das gilt nicht nur, um eine erfolgreiche Technologie-Strategie in Gang zu setzen, sondern um den Erfolg für das Geschäft insgesamt zu begründen”, sagte and Daryl Plummer, Chief Gartner Fellow. Der Report soll auch dazu dienen, so genannte ‘over-hyped Topics’ von den nachfolgend näher erläuterten “heißen” Themen abzugrenzen.

Für die Sprach-Daten-Konvergenz prognostiziert Gartner bis 2010, dass 95 Prozent der großen Unternehmen zumindest mit der Integration begonnen haben. 40 Prozent werden bis dahin bereits Sprache und Daten in einem einzigen Netz integrieren. Der stete Fortschritt bei den Technologien rund um VoIP (Voice-over-IP) sei der Hebel für das Zusammenfinden der Datenübertragungen. Hinzu kämen fallende Preise für die Datendienste – mit 15 Prozent günstigeren Services rechnet Gartner bis 2010, wohl nicht zuletzt auch deshalb, weil bis zum Ende des Jahrzehnts eine Reihe von Akquisitionen und Mergern unter den Service Providern stattgefunden haben werden. Unternehmen müssten aber mit höheren Ausgaben von 5 bis 10 Prozent pro Jahr rechnen, da auch die Datenmenge um 30 bis 60 Prozent zunehme.

Was Service-orientierte Architekturen (SOA) anbelange, so beginne derzeit ein Umdenken bei den Entwicklern, weg von der reinen Software-Funktionalität und hin zu geschäftsprozessorientierten Konzepten. Best-of-Breed lautet hier die neue Devise. Software-Pakete der traditionellen Art, besonders von einem einziegen Hersteller, hätten in dieser Form keine Zukunft. Bis 2006 basieren laut Gartner 60 Prozent des 527 Milliarden schweren Marktes auf Webservice-Standards und -Technologien. Bis 2008 fokussieren 80 Prozent der Software-Entwicklungen SOA. Die Unterscheidung zwischen Software-Integratoren und Herstellern verschwindet langsam, und sie treffen sich in der Schnittmenge als Anbieter Service-orientierter Business-Anwendungen.

Open Source Software (OSS) wird mehr sein als nur eine Konkurrenz für proprietäre Lösungen, so das Institut. Die Experten gehen davon aus, dass OSS die IBMs oder Microsofts dieser Welt dazu zwingen wird, ihr Geld weniger mit Lizenzen, sondern mit Services und Support zu verdienen. Bis 2008 werden die Global-2000-Konzerne eine Open-Source-Strategie im Unternehmen fahren. Jeder Software-Hersteller wird mit dem Rivalen OSS leben müssen. Im Jahr 2010 könnten 80 Prozent der Investitionen für Infrastruktur-Software und 25 Prozent der Business-Software auf OSS gerichtet sein.