FTD: von Pierer soll Merkel im Wahlkampf helfen

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Da mögen die deutschen Unternehmer noch so sehr über die Reformpolitik der rot-grünen Bundespolitik jammern

Da mögen die deutschen Unternehmer noch so sehr über die Reformpolitik der rot-grünen Bundespolitik jammern – der Union trauen sie deshalb noch lange nicht über den Weg. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Arbeitgeber einen mangelnden Draht zur Kanzlerkandidatin Angela Merkel beklagen. Es gibt deshalb Überlegungen, im Wahlkampf diese Lücke mit einem prominenten Kopf aus der Wirtschaft zu schließen. Heißester Kandidat ist dabei nach Informationen der Financial Times Deutschland der ehemalige Siemens-Chef Heinrich von Pierer.

Ein angesehener Manager in Merkels Umgebung sei “auf jeden Fall ein Gewinn”, zitiert das Blatt einen nicht näher benannten Informanten aus der Fraktionsführung in Berlin. “Der Name Pierer fällt in diesem Zusammenhang immer wieder.” Ein Ministerposten im Falle eines Wahlsiegs ist jedoch offenbar nicht vorgesehen.  Spekuliert werde in erster Linie über das Amt eines wichtigen wirtschaftspolitischen Beraters, heißt es. So könne von Pierer auch sein Mandat als Aufsichtsratschef bei Siemens behalten.

Tatsächlich unterhält der frühere Siemens-Chef bereits seit längerem enge Kontakte zur Politik. Trotz CSU-Parteibuchs begleitet er Bundeskanzler Gerhard Schröder regelmäßig auf dessen Auslandsreisen, gleichzeitig gehört er bereits zu einem Beraterstab von CSU-Chef Edmund Stoiber. Als Wahlkampfhelfer würde von Pierer wohl in erster Linie als “Türöffner” für Angela Merkel fungieren. Die CDU-Chefin steht bis heute in dem Ruf, die Wirtschaft mehr aus abstrakter Analyse denn aus eigener, praktischer Erfahrung zu kennen.