US-Website gibt IT-Profis über 50 eine Chance auf Arbeit

Management

Die Studie von Deloitte Consulting zum Wissensverlust durch einen Generationenwechsel der IT-Mitarbeiter hat die USA aufgeschreckt.

Die Studie von Deloitte Consulting zum Wissensverlust durch einen Generationenwechsel der IT-Mitarbeiter hat die USA aufgeschreckt. Jetzt geht die Foundation für die Gleichberechtigung älterer Facharbeiter und Spezialisten, AARP, einen sehr praxisnahen Weg, um auch IT-Profis über 50 Jahren den Wiedereinstieg ins qualifizierte Berufsleben zu ermöglichen und den Firmen die wertvollen Erfahrungen zuzuführen: In einem Online-Verfahren können Interessierte die Anpassung einer Firma an ältere Mitarbeiter nachvollziehen.

In einem strengen Auswahlverfahren, so meldet die Organisation, hätten sich Unternehmen für die Aufnahme auf dieser Site qualifizieren können. Hier gibt es zwar keine Stellenbeschreibungen, aber die Interessierten können im direkten Vergleich prüfen, ob eine Firma beispielsweise spezielle Tutorien anbietet, welche Teilzeitvereinbarungen und Gesundheitsleistungen eine Firma für die Profis ab 50 Jahren bietet. Diese Informationen, so heißt es, seien bisher nur nach stundenlangen Einstellungsgesprächen in Erfahrung gebracht worden. Jetzt könne ein Arbeitnehmer selbst vergleichen.

Die spezielle Ansprache älterer Spezialisten steht für die AARP außer Frage. Die Lobby hat einen bei Unternehmen weit verbreiteten Jugendwahn als Feind der erfahrenen Mitarbeiter diagnostiziert. “Es ist einfach zu sagen, dass reifere Mitarbeiter eine gute Sache sind, aber wir wollten mit unserer Initiative ganz sicher gehen, dass sich dies auch wirklich realisieren lässt”, sagt Emily Allen, eine der Initiatoren der Website, die AARP-intern ‘Workforce Initiative’ heißt.

Die ersten US-Firmen – darunter die Unternehmensberatung Pitney Bowes – stehen bereits zu ihren Vorzügen für Ältere, die Liste soll sich bald erweitern. Immerhin, so Allen, hätte die erstmals vor einem Jahr gestartete Zusammenarbeit mit einem Personal-Service inzwischen schon zu “Hunderttausenden von Anfragen” geführt. Es sollen nach Ansicht der Interessenvertretung noch viel mehr Firmen mitmachen, damit Unternehmen es eines Tages vielleicht als positiv betrachten, von erfahrenen Mitarbeitern zu profitieren.