Micorsoft bringt den SQL Server 2005 für alle Lebenslagen

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Die neue Version der Datenbank-Software ‘SQL Server 2005’ will Microsoft noch in diesem Jahr in vier gestaffelten Lizenzen veröffentlichen.

Die neue Version der Datenbank-Software ‘SQL Server 2005’ will Microsoft noch in diesem Jahr in vier gestaffelten Lizenzen veröffentlichen. Neben verbesserter Skalierbarkeit und Dotnet-Integration soll der SQL Server für medizinische Forschungen in Zukunft auch um Data-Mining-Algorithmen, bestimmte Lernfähigkeiten und Visualisierungs-Funktionen erweitert werden. Außerdem, so berichten US-Medien, denkt Microsoft über die Vorteile nach, die sich durch die offenlegung des Codes der Datenbank-Software ergeben würden – bisher ist das aber nur Spekulation.

Die Enterprise Edition deckt laut Microsoft als “komplette Daten- und Analyseplattform” kritische Unternehmensanwendungen ab. Die Standard Edition werde sich speziell an mittelständische Unternehmen richten. Kleinere Unternehmen können dann auf die Workgroup Edition zurückgreifen. Für den Aufbau von kleinen, datengestützten Anwendungen bietet Microsoft noch die kostenlose Express Edition. “Unser Ziel ist es, erschwingliche Datenbanksysteme für eine breite Masse an Kunden bereit zu stellen, indem die Komplexität der Datenbanksysteme erhöht und die Betriebskosten gering gehalten werden”, erklärt Paul Flessner, Senior Vice President im Bereich Serveranwendungen von Microsoft.

Seit etwa 18 Monaten arbeiten Microsoft-Entwickler mit Ärzten aus Washington und dem australischen Perth daran, mit Hilfe des SQL Servers Muster in genetischen Mutationen von HIV-Viren und dem Immunsystemen von HIV-Patienten herauszuarbeiten und zu identifizieren. Für die Entwicklung von Impfstoffen haben die Microsoft-Ingenieure auch die Fähigkeiten der Datenbank für grafische Modellierungen verbessert.

Diese Grafik-Engine, einst unter dem Code-Namen ‘Yukon’ bekannt, befindet sich derzeit noch im Beta-Test. Damit soll sichtbar gemacht werden, inwieweit Mutationen der Erreger von den Immunsystemen der betroffenen Patienten beeinflusst werden. Bereits die Vorgänger-Version, die SQL Server 2000 Database, hatte entsprechende Tools für Data-Mining. Die neue Version soll wesentlich mehr und vor allem mächtigere Funktionen haben. Aber Microsoft hat offenbar noch weitere Pläne mit der Software.

Wie Tom Rizzo, Director Produkt Management für den SQL-Server erklärte, schließt es der Softwaregigant nicht aus, den Code für die neue Server Database unter dem ‘Shared-Source Programm’ der Öffentlichkeit zugänglich machen. Jedoch sei noch keine endgültige Entscheidung gefallen. “Doch, wenn eine größere Anzahl Anwender danach verlangt, werden wir auf jeden Fall in Betracht ziehen, den Code von SQL Server offen zu legen”, so Rizzo.

Argumente für das Open-Source-Modell bei Software gibt es viele. Zum Beispiel höhere Transparenz, weniger Sicherheitslücken und Fehler, weil mehrere Entwickleraugen über den Code wachen. Der Plan, den Datenbank-Code zu öffnen, dürfte mit waschechtem Open Source unter General Public License aber wohl relativ wenig zu tun haben. Microsoft hat indes andere Prioritäten, wie Rizzo zu berichten weiß. “Nicht viele Leute arbeiten mit dem Code. Sie wollen nur dieses gute warme Gefühl, dass da keine Hintertürchen und keine Sicherheitsverletzungen eingebaut sind”, sagt er.

Aber natürlich hat es auch noch andere Vorteile, wenn der Code von proprietärer Software einsehbar ist. So können Anwender die Software für ihre Bedürfnisse modifizieren oder auch Dritthersteller leichter so genannte Add-on-Produkte entwickeln. Andererseits kommt aus dem Open-Source-Lager gerade bei Datenbanken in den letzten Monaten enorm großer Druck. So konnte beispielsweise der Hersteller MySQL im letzen Jahr seinen Umsatz verdoppeln. Und auch kommerzielle Hersteller gehen immer öfter diesen Schritt. So hat Computer Associates die Ingres-Datenbank unter eine Public Licence gestellt; auch Sybase hat eine freie Datenbank veröffentlicht. Einschränkungen gibt es hier lediglich bei der Nutzerzahl. Der Kostendruck auf die Hersteller nimmt also zu. Gerade für kleine und mittelständischen Unternehmen reichen oft die kostenfreien Lösungen aus.