Streit um Standards: Open Source gegen OASIS

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Prominente Mitglieder von Red Hat, Sun Microsystems und der Apache Foundation haben sich für einen Boykott der Patentpolitik von OASIS ausgesprochen.

Prominente Mitglieder von Red Hat, Sun Microsystems und der Apache Foundation haben sich für einen Boykott der Patentpolitik von OASIS (Organization for the Advancement of Structured Information Standards) ausgesprochen. Im Mittelpunkt der Kritik stehen die Konditionen für die so genannte RAND-Lizenz (reasonable and non-discriminatory). Inhaber einer solchen Lizenz können für den Einsatz der patentierten Technologie im Rahmen eines OASIS-geprüften Standards eine Gebühr erheben.

Diese Konditionen würden “unverständlicherweise und grundlos Open-Source-Software diskriminieren bis hin zum vollständigen Verbot”, heißt es in einem offenen Brief unter Federführung des Rechtsanwalts Lawrence Rosen. Zu den rund 30 Unterzeichnern gehören auch der Gründer der ‘Free Software Foundation’ Richard Stallmann und Stuart Cohen, CEO der ‘Open Source Development Labs’.

Es gebe zwar eine Klausel mit der OASIS festgelegt hat, wann Gebühren erhoben werden dürfen. Doch sie spiele nur eine untergeordnete Rolle und könne leicht ausgehebelt werden, sobald einige Mitglieder der Organisation dafür sorgten, dass sie nicht zum Einsatz kommt. “Die Patentpolitik der OASIS wird die großen Patent-Inhaber dazu ermutigen, private Arrangements unter sich selbst auszuhandeln – die Entwickler von freier und Open-Source-Software werden damit ausgeschlossen”, so der Vorwurf.

Die Verfasser des Briefes haben deshalb an Unternehmen und Organisationen appelliert, keine OASIS-Standards zu implementieren, die nicht offen sind. Mitglieder der Vereinigung sollten sich an keinen Arbeitsgruppen beteiligen, die solche belastenden Standards unterstützen.