Diskriminiert Microsoft das Wine-Projekt?

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Einige Entwickler glauben, dass Microsoft über das WGA-Programm (Windows Genuine Advantage) die Verwendung der Open-Source-Emulation ‘Wine’ unterbinden will.

Einige Entwickler glauben, dass Microsoft über das WGA-Programm (Windows Genuine Advantage) die Verwendung der Open-Source-Emulation ‘Wine’ unterbinden will. Demnach generiere XP einen Fehler, wenn es feststellt, dass es auf Wine-Software läuft. So sei Wine ein “nicht zu unterstütztes Betriebssystem”, wie es in der Fehlermeldung heißt.

Ein Entwickler des Wine-Projektes, über das Windows-Anwendungen auch auf Linux- oder Unix-Systemen laufen, hat auf Slashdot.org ein entsprechendes Posting eingestellt und damit eine Diskussionswelle losgetreten. Einige Entwickler sehen den Schritt von Microsoft durchaus als gerechtfertigt an, andere wollen darin eine unfaire Taktik erkennen, in dem der Hersteller legitime Microsoft-Programme auf anderen Betriebsystemen unterbindet.

Ein anderer Entwickler will den Check-Code im XP-Debugger analysiert haben und habe nach eigenen Angaben festgestellt, dass in dem Code dezidiert über den Registry Path nach einer Wine-Instanz gefahndet wird. In dem WGA-Programm versucht Microsoft offiziell Produkt-Piraterie zu unterbinden, indem Software-Updates, Patches und auch Entwickler-Werkzeuge nur noch von Nutzern mit registrierten Microsoft-Produkten heruntergeladen werden können.

Derzeit ist noch ein Download ohne Registrierung möglich, doch in einigen Monaten wird diese ‘Gnadenfrist’ verstrichen sein. Schließlich werden dann auch Nutzer, die mit legitimen Microsoft-Produkten auf der Wine-Software arbeiten wegen der Fehlermeldung über das WGA-Programm keine Updates mehr beziehen können, so die Kritiker. Und davon seien auch elementare Entwicklerwerkzeuge betroffen.