Gartner: Linux-Patente kommen zu spät

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Die Marktforscher von Gartner sehen die Sache kritisch, weil die Belange der Community damit nicht richtig angegangen werden können.
 

Das Open Invention Network (OIN) ist zunächst auf Beifall gestoßen. Es wird allgemein begrüßt, dass die junge Industrie-Initiative rund um IBM und Novell sich um die Patentierbarkeit von Linux-Anwendungen kümmern will. Doch die Marktforscher von Gartner sehen die Sache auch kritisch, weil die Belange der Community damit nicht richtig angegangen werden können.

So sei es löblich, dass OIN sich um den Schutz der Anwender vor Klagewellen wegen Verwendung von Code kümmert, wenn dieser möglicherweise in irgendeinem Patent beschrieben ist. Doch wenn ein Anwender unwissentlich widerrechtlich angeeigneten Code in einem Open-Source-Projekt verwende und dafür angezeigt werde, komme er nach OIN-Regeln nur mit einer Bescheinigung des Patenthalters aus dieser Situation heraus. Und diese zu bekommen sei unrealistisch, meinen die Analysten in einem aktuellen Advisory.

Ferner hätten es die Initiatoren von OIN versäumt, Konzerne wie Hewlett-Packard, Intel, AMD, Dell, Sun, Fujitsu und Unisys an Bord zu holen. In der Zukunft rechnet Gartner nur dann mit einem Erfolg für das Projekt, wenn es sich von der Patentgruppe beim OSDL abhebt. Denkbar wäre demnach auch eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Projekt ‘Patent Commons’ der OSDL und OIN, die auf eine Verschmelzung hinauslaufen könne.