Elektroschrott für Schulen: USA überschüttet Afrika mit giftiger Altlast

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Von den 400.000 Computern, die die USA jeden Monat nach Nigeria schicken, um Schulen oder Geschäfte auszustatten, ist das meiste nicht mehr verwendbarer Schrott.

Von den 400.000 Computern, die die USA jeden Monat nach Nigeria schicken, um Schulen oder Geschäfte auszustatten, ist das meiste nicht mehr verwendbarer Schrott. Viele Recycler in Nordamerika wissen das. Mit der Versendung des IT-Equipments in arme Länder wahren sie auch den Schein der Hilfsbereitschaft, die Länder aber bleiben auf den zum Teil giftigen Altlasten sitzen.

Der Bericht des ‘Basel Action Network’ (BAN) – einer Organisation, in der sich Gegner des weltweiten Elektroschrott-Handels zusammengeschlossen haben – lässt die amerikanischen Recycling-Firmen alles andere als gut aussehen. Die erhalten von Unternehmen oder Behörden alte Rechner und verkaufen sie ungeprüft in Entwicklungsländer. Ob IT-Komponenten dabei sind, die niemand mehr einsetzen kann, wird nicht getestet. Die Probleme, die sich für das im Bericht beobachtete Nigeria auftun, seien dabei im Gunde nur beispielhaft für alle Entwicklungsländer, zitiert die New York Times aus dem Report. Besonders China versinke derzeit in dem die Gesundheit gefährdenden Material. Computer schleppen unter anderem mit Cadmium-Teilen und Plastik eine giftige und nicht verrottende Last mit sich. Das Gift beispielsweise dringt ins Grundwasser ein, wenn die Computer in die Landschaft geworfen und dort liegen gelassen werden.

Zu oft würde der so genannte ‘digitale Graben’ zwischen entwickelten Ländern und der Dritten Welt als Rechtfertigung vorgeschoben, auch defekte Rechner und andere IT-Komponenten in arme Länder zu schicken – frei nach dem Motto: Man kann schließlich alles ausschlachten. 75 Prozent der PCs aber, die in der nigerianischen Hauptstadt Lagos ankommen, sind nicht mehr zu gebrauchen, zu reparieren oder zu verkaufen, heißt es. Was bleibt ist ein riesiges Entsorgungsproblem, dem das Land nicht gewachsen ist.

Auch wenn BAN bereits 30 Recycling-Fimen in den USA identifiziert hat, die Elektroschrott nicht in Dritte-Welt-Länder exportieren, ist das derzeit nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die ‘Basel Convention’, ein Abkommen unter dem Dach der Vereinten Nationen, das den Handel mit gefährlichem Abfall zu begrenzen versucht, ist von allen entwickelten Staaten außer den USA ratifiziert worden. Nach Angaben des National Safety Council werden Ende 2005 über 63 Millionen Rechner in den USA verschrottet und zum Großteil Recyclern übergeben.