Jedes zehnte IT-Produkt ist gefälscht

Management

Plagiate richten pro Jahr einen Schaden in Form von Umsatzausfällen von mehr als 80 Milliarden Euro an

Eines von zehn verkauften IT-Produkten ist eine Fälschung. In Umlauf gebracht, richten die Plagiate pro Jahr einen Schaden in Form von Umsatzausfällen von mehr als umgerechnet 80 Milliarden Euro an. Zu diesem Ergebnis kommt das Wirtschaftsprüfungsunternehmen KPMG in einem neuen Bericht.

Nicht nur, dass die Computerkonzerne auf ihren echten Produkten sitzen bleiben, sie müssen auch noch gegen schlechte Hardware ankämpfen, auf der ihr Name steht. Der Imageverlust ist in Zahlen kaum zu dokumentieren. Die von KPMG geschätzte Schadenssumme ergibt sich aus der Analyse von 15 führenden IT-Unternehmen aus den Bereichen Computer, Netzwerk, mobile Geräte und Consumer-Elektronik.

Die meisten Produktpiraten sitzen in China, so die Wirtschaftsprüfer. Kein anderes Land produziere so viele Fälschungen wie der weltweit bevölkerungsreichste Staat, sagte Gary Matuszak, Chef der KPMG-Sparte Electronics, Software und Services, gegenüber der Financial Times. Dabei suchten sich die Fälscher hauptsächlich die jeweils erfolgreichsten Produkte eines Herstellers aus. Memory-Speicher, Festplatten und Druckerkomponenten sind danach am beliebtesten, weil sie verhältnismäßig leicht zu kopieren sind.

Verkauft werden die Plagiate in der Regel über das Internet, über nicht autorisierte  Wiederverkäufer, oder sie werden in reguläre Vertriebskanäle eingeschmuggelt. Die Gewinnspanne ist enorm, da auf der Seite der Fälscher lediglich Kosten für die Fertigung und den Verkauf anfallen. Bei echten Produkten zahlt der Anwender zusätzlich die Forschung, Entwicklung und das Marketing mit.