Microsoft beendet ‘Services for Unix’

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Friedliche Koexistenz statt Verdrängung: Microsoft verspricht den Anwendern eine nahtlosere Integration von Unix-Diensten in das Betriebssystem.

Microsoft wird entgegen den bisherigen Erwartungen keine neue Version der ‘Services for Unix’ (SFU) mehr veröffentlichen. Der Nachfolger von ‘SFU 3.5’, ein Paket mit zahlreichen Unix-Utilities für Windows XP, 2000 und Server 2003, die auf dem Windows-Kernel laufen, hätte Support für die Prozessorarchitekturen ‘x64’ und ‘Itanium’ bringen sollen.

“Es wird keine weiteren Veröffentlichungen für SFU geben”, erklärte Samm DiStasio, Director of Product Management der Microsoft-Server-Gruppe, gegenüber US-Medien. Der Hersteller habe damit auf die Wünsche von Anwendern reagiert, die eine engere Integration der Dienste in das Server-Betriebssystem gewünscht hätten.

Ursprünglich hatte Microsoft diese Dienste als eigenes, kostenpflichtiges Produkt angeboten. Seit Anfang letzten Jahres ist SFU jedoch frei erhältlich. Wie bereits angekündigt, soll die kommende Version des Windows Server 2003 R2 mit mehr Unix-Diensten ausgestattet sein.

SFU geht also im Server auf. DiStasio erklärte zudem, dass auch jenseits von R2 Unix-Tools in die Windows-Betriebssysteme integriert werden sollen. Ob Microsoft dazu separat weitere Werkzeuge anbieten wird, ist derzeit noch unklar. Jedoch werde es für SFU 3.5 bis 2011 regulären und bis 2014 erweiterten Support geben.

“Mit der integrierten Unix-Interoperabilität im Betriebssystem können Anwender mit Programmen auf Windows- und Unix-Ressourcen gleichzeitig zugreifen. Das ist äußerst wichtig und konnte mit vorhergehenden Versionen nicht umgesetzt werden”, erklärte DiStasio. Nutzer mussten daher auf die APIs (Application Programming Interfaces) beider Welten zurückgreifen, um ihre Anwendungen zu entwickeln.

Alle Versionen des Windows Server 2003 R2 werden dann neben einem Subsystem für Unix-basierte Anwendungen, das Support für 64-Bit-Versionen liefert, auch über einen NFS Client (Network File System), NFS Server, User/Name Mapping, Support für Telnet, Komponenten des NIS-Servers (Network Information Service) sowie Software für die Synchronisation von Passwörten verfügen. 

Jedoch betonte DiStasio, dass Microsofts Anstrengungen viel weiter gehen, als die Programme mit Server 2003 zu bündeln. Diese Dienste seien vielmehr eng in das Windows-Betriebssystem integriert worden. Microsoft will so offenbar die Koexistenz mit Unix verbessern; einst ging es dem Softwareriesen noch darum, die Migration von Unix auf Microsoft zu erleichtern. Doch inzwischen haben sich die Realitäten in der Unix-Welt schon wieder verändert. Immer mehr lösen schließlich Linux-Systeme Unix-Installationen ab.

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