Computerschrott schlägt zurück

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Umweltaktivisten von Greenpeace haben jetzt mit einer ungewöhnlichen Aktion auf das Problem von Computer-Schrott in Indien aufmerksam gemacht.

Umweltaktivisten von Greenpeace haben jetzt mit einer ungewöhnlichen Aktion auf das Problem von Computer-Schrott in der aufstrebenden Volkswirtschaft aufmerksam gemacht. Eine halbe Tonne ausgemusterter Rechner und Bildschirme hat die Gruppe vor dem Hauptsitz von Wipro abgeladen. Wipro ist eines der größten Outsourcing-Unternehmen Indiens und daneben produziert die Firma Rechner für den heimischen Markt.

Die PCs, die von dem Unternehmen hergestellt wurden, hatten die Aktivisten auf verschiedenen Müllplätzen in Bangalore, Delhi und Chennai gesammelt, wo sie nicht fachgerecht entsorgt worden waren. “Wir wollen, dass Wipro keine gefährlichen Chemikalien mehr bei der Herstellung der Produkte verwendet und dass das Unternehmen endlich die Verantwortung übernimmt, Altgeräte von den Kunden wieder zurückzunehmen”, erklärte Ramapati Kumar von Greenpeace gegenüber der US-Presse. Derzeit lande ein Großteil des elektronischen Abfalls in nicht genehmigten Abfallgruben, wo der Schrott eine große Gefahr darstelle.

Zudem habe das Unternehmen kein Programm, ausgediente Geräte wieder zurückzunehmen, außer die Kunden erneuern ihre Hardware. Man wolle aber an dem Problem arbeiten, heißt es aus der Konzernzentrale. Greenpeace habe sich bei der Aktion für Wipro entschieden, weil das Unternehmen stark in der Öffentlichkeit steht. Kumar setzt darauf, dass bei indischen Firmen ein Trend hin zu umweltfreundlicheren Praktiken entstehe, sollte sich Wipro in diese Richtung bewegen. 

Man wolle nun mit den Müllbehörden zusammenarbeiten, um das Problem der Entsorgung anzugehen, meldet das Unternehmen. Die giftigen Komponenten, die bei der Herstellung eingesetzt würden, beträfen aber vor allem die Zulieferer und andere Hersteller, da Wipro lediglich die Teile zusammenfüge.

Jedoch hat Indien nicht nur mit dem eigenen Computerschrott zu kämpfen. Auch andere Nationen liefern ausgediente Rechner auf den Subkontinent. Wegen geringer Umweltauflagen und niedriger Arbeitspreise kommen etwa 40 Prozent des Elektroschrotts aus dem Ausland. Ohne Rücksicht auf Mensch und Natur werden dann aus den Teilen Rohstoffe zurückgewonnen.